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Moulin Rouge Paris: Tickets, Dresscode und der beste Sitzplatz

Das Moulin Rouge

Zwei Vorstellungen pro Abend, um 21 und um 23 Uhr, jeweils rund anderthalb Stunden, Métro Blanche direkt vor der Tür. Und ein Detail, das die wenigsten vorher wissen: im Moulin Rouge gibt es keine nummerierten Sitzplätze. Wo Sie landen, entscheidet nicht allein die Ticketkategorie, sondern der Zeitpunkt Ihrer Buchung. Wer drei Wochen im Voraus reserviert, sitzt näher an der Bühne als jemand, der dieselbe Kategorie zwei Tage vorher kauft.

Gebucht wird in drei Formeln: nur die Show, die Show mit einer halben Flasche Champagner oder Abendessen plus Show. Die Preise hängen vom Datum ab und stehen tagesaktuell im Buchungsfenster — als Faustregel kostet das Menü mit Show ungefähr das Doppelte der reinen Vorstellung. Wählen Sie zwischen der Dinnershow von rund vier Stunden oder dem Besuch einer Veranstaltung von zwei Stunden mit Champagner.

Zwischen Ankunft und Vorhang bleibt fast immer ein halber Abend übrig, und das Moulin Rouge steht genau am Fuß von Montmartre. Die Reihenfolge, in der man das Viertel abläuft, ist von unten nicht offensichtlich — der deutschsprachige Audioguide für Montmartre führt in etwa anderthalb Stunden von der Mühle hinauf zu Sacré-Cœur und wieder zurück, sodass Sie pünktlich vor der Tür stehen.

Was Sie vorher wissen sollten

  • Keine nummerierten Plätze. Die Tische werden beim Eintreffen zugewiesen. Vorn sitzen die Gäste mit Abendessen, danach wird nach Buchungsdatum sortiert. Früh buchen verbessert also nicht nur die Chance auf ein Ticket, sondern auch die Sicht.
  • Zwei Anfangszeiten, zwei verschiedene Abende. Die 21-Uhr-Vorstellung ist die begehrtere und häufiger ausverkauft. Die 23-Uhr-Show ist oft leichter zu bekommen — dafür endet sie, wenn die Métro schon schließt.
  • Métro Blanche, Linie 2, liegt direkt gegenüber. Werktags fährt sie bis etwa 1 Uhr, freitags und samstags bis etwa 2 Uhr. Nach der späten Show an einem Wochentag bleibt realistisch nur das Taxi.
  • Das Abendessen beginnt um 19 Uhr, also zwei Stunden vor der frühen Show. Wer die Dinner-Formel bucht, plant den ganzen Abend hier ein, nicht nur neunzig Minuten.
  • Mindestens 30 Minuten vor Beginn da sein. Vor der 21-Uhr-Vorstellung steht die Schlange regelmäßig bis auf den Boulevard de Clichy.
  • Fotografieren und Filmen sind während der Show untersagt. Das Personal setzt das konsequent durch — planen Sie den Abend ohne Handy ein.
  • Es gibt keine strenge Kleiderordnung, aber eine Grenze. Jeans sind in Ordnung, kurze Hosen, Sportkleidung und Flip-Flops können an der Tür zum Problem werden. Ein Sakko schadet nie.
  • Kinder sind ab 6 Jahren zugelassen — erlaubt heißt hier aber nicht sinnvoll. Die Show ist künstlerisch, nicht anstößig, für Kinder aber vor allem lang.

Die Show und der French Cancan

Der Höhepunkt des Moulin Rouge ist der französische Cancan. Der Tanz kam um 1850 in den Pariser Tanzlokalen auf und schockierte das Publikum so gründlich, dass das Kabarett binnen kurzer Zeit weit über Frankreich hinaus bekannt wurde. Henri de Toulouse-Lautrec hat ihn auf den Plakaten des Hauses festgehalten, und diese Plakate haben mehr für den Ruhm des Moulin Rouge getan als jede Anzeige.

Professionelle Tänzerinnen und Tänzer, Federn, Glitzer, Fanfaren — dazwischen Artistik, Clownerie und Zauberei. Wer eine erotische Show erwartet, liegt falsch: Das Haus spielt Revue, keine Nummernrevue mit Hintergedanken. Was es dafür bietet, ist ein Bühnenbild, das seit Jahrzehnten nahezu unverändert funktioniert, inklusive Aquarium mit Schwimmerin.

Die Revue läuft ohne Pause durch. Das ist angenehm, weil der Abend nicht zerfällt, hat aber eine praktische Folge: Wer erst kurz vor Beginn eintrifft, wird nicht mehr an den gewünschten Tisch gesetzt, sondern dorthin, wo noch Platz ist. Die anderthalb Stunden vergehen schnell — planen Sie den Abend nicht so, dass Sie danach noch etwas vorhaben.

Ein Wort zur Sprache: Gesprochen wird kaum. Die Revue erzählt über Musik, Choreografie und Bilder, nicht über Text. Deutschkenntnisse, Französischkenntnisse, Englischkenntnisse — für das Verständnis der Show spielt nichts davon eine Rolle. Das gilt nicht für die Buchung: Bestätigungen der offiziellen Website kommen auf Französisch oder Englisch, über die Vermittler bekommen Sie sie auf Deutsch.

Tickets kaufen: Kasse, offizielle Website oder Vermittler

Die Moulin Rouge Show

An der Kasse des Kabaretts bekommen Sie für denselben oder den nächsten Abend fast nie noch etwas. Der reguläre Weg führt über die offizielle Website oder über einen Vermittler; die Preise sind in der Regel identisch, der Unterschied liegt in Stornobedingungen und Sprache der Bestätigung. Buchen können Sie direkt hier.

Lohnt sich das Ticket mit Champagner?

Champagne

Das Moulin Rouge gehört zu den größten Einzelabnehmern von Champagner überhaupt — der Stoff gehört zum Haus wie der Cancan. Die mittlere Kategorie enthält eine halbe Flasche pro Person, die günstigste nur den Eintritt.

Die Rechnung ist schlicht: Getränke, die Sie vor Ort am Tisch bestellen, kosten deutlich mehr als dieselbe Menge, die im Ticket enthalten ist. In einem Saal, in dem an jedem Tisch Champagner steht, bestellt am Ende fast jeder. Wenn Sie ohnehin damit rechnen, ist die Kategorie mit Champagner die günstigere Variante.

Abendessen im Moulin Rouge: für wen sich das rechnet

Das Haus hat eine eigene Küche, und das Menü wird im Saal serviert, nicht in einem separaten Restaurant. Es gibt mehrere Menükategorien, alle mit Champagner. Der eigentliche Vorteil ist aber nicht kulinarisch, sondern räumlich: Die Dinner-Tische stehen am nächsten an der Bühne.

Für wen sich das lohnt: für einen Anlass, für einen Abend, an dem Sie ohnehin in der Gegend essen würden, und für alle, denen die Sicht wichtiger ist als der Preis. Wer nur die Show sehen will, isst in Montmartre günstiger und besser. Die Dinner-Varianten mit Preisen und freien Terminen sehen Sie hier.

Wie früh muss man buchen?

Eine Karte für denselben Abend ist die Ausnahme. Übliche Vorstellungen sind einige Tage im Voraus ausgebucht, besondere Termine — Silvester oder der Valentinstag — Monate vorher, und dann zu höheren Preisen.

Der zweite Grund, früh zu buchen, ist der Sitzplatz. Weil es keine feste Platzvergabe gibt, arbeitet das Haus die Buchungen der Reihe nach ab: erst die Dinner-Gäste, dann die übrigen nach Kaufdatum. Verfügbarkeit und Termine lassen sich vorab prüfen. Je früher, desto weiter vorn — das ist im Moulin Rouge wörtlich zu nehmen.

Was im Ticket steckt — und was nicht

Die drei Formeln unterscheiden sich nicht in der Show. Gespielt wird für alle dasselbe Programm, in derselben Länge, im selben Saal. Was Sie kaufen, ist Getränk und Tischposition.

Enthalten ist immer: der Eintritt und die komplette Vorstellung von rund anderthalb Stunden. Enthalten ist je nach Kategorie: eine halbe Flasche Champagner pro Person, beim Dinner zusätzlich das Menü und ein Tisch weit vorn. Nicht enthalten ist: alles, was Sie darüber hinaus am Tisch bestellen — und genau dort entsteht die Differenz, über die sich Gäste hinterher ärgern.

Zwei Dinge, die regelmäßig überraschen: Es gibt keine Pause, in der man in Ruhe etwas nachbestellen könnte, und es gibt keine Sitzplatznummer auf dem Ticket. Beides zusammen heißt: Was Sie vorab buchen, bestimmt den Abend — danach lässt sich wenig korrigieren.

So kommen Sie zum Moulin Rouge

Die Adresse lautet 82, boulevard de Clichy, im 18. Arrondissement, an der Grenze zwischen Pigalle und Montmartre. Der Eingang liegt direkt an der Straße, unter der roten Mühle — verfehlen kann man ihn nicht.

Mit der Métro: Station Blanche, Linie 2, liegt buchstäblich gegenüber. Die Station Pigalle (Linien 2 und 12) ist fünf Gehminuten entfernt und oft die bessere Umsteigeverbindung. Von der Île de la Cité oder dem Quartier Latin brauchen Sie mit einmal Umsteigen rund 25 bis 30 Minuten.

Vom Flughafen: Von Charles de Gaulle mit dem RER B bis Gare du Nord und dort in die Métro Linie 2 — zusammen etwa eine Stunde. Von Orly über Orlyval und RER B ähnlich lang. Wenn die Vorstellung um 21 Uhr beginnt, planen Sie den Transfer nicht auf denselben Abend.

Mit dem Taxi: Am Boulevard de Clichy halten Taxis problemlos, nach Vorstellungsende stehen meist welche bereit. Rechnen Sie mit Wartezeit, wenn beide Säle gleichzeitig leeren.

Mit dem Auto: Parken Sie nicht in Pigalle. Nutzen Sie ein Parkhaus und die letzten Minuten zu Fuß, oder lassen Sie das Auto gleich stehen.

Dresscode: was an der Tür wirklich zählt

Dresscode

Offiziell gibt es keine Kleiderordnung, empfohlen wird „elegante Abendgarderobe“. In der Praxis sehen Sie im Saal alles von der Abendrobe bis zur Reisegruppe in Turnschuhen. Abgewiesen wird selten, aber es gibt eine Grenze: kurze Hosen, Trainingsanzüge, Badeschlappen.

Das Moulin Rouge ist einer der wenigen Orte in Paris, an denen sich ein Abendkleid nicht übertrieben anfühlt. Wenn Sie schwanken: Denken Sie an Theater, nicht an Club.

Der Abend davor: Montmartre in anderthalb Stunden

Eine Karte für 21 Uhr bedeutet, dass Sie gegen 20:30 Uhr an der Tür stehen sollten. Der Nachmittag und der frühe Abend sind damit frei — und das Viertel, das die meisten Besucher am nächsten Tag mühsam separat ansteuern, beginnt fünfzig Höhenmeter über Ihnen.

Die naheliegende Route führt von der Mühle über die Rue Lepic hinauf, vorbei am Café des Deux Moulins und am Le Consulat, zum Place du Tertre mit den Porträtmalern und weiter zu Sacré-Cœur. Von der Treppe vor der Basilika sehen Sie bei klarem Wetter bis zum Panthéon. Zurück geht es über die Rue Foyatier oder mit dem Funiculaire, der mit einem normalen Métro-Ticket funktioniert.

Zwei Stunden reichen dafür bequem, anderthalb Stunden sind knapp, aber machbar. Wer im Sommer hinaufgeht, hat oben noch Tageslicht, wenn unten schon die Leuchtreklame angeht — das ist der schönste Moment des Tages an diesem Ort und der Grund, den Nachmittag nicht woanders zu verbringen.

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Nach der Vorstellung: der Weg zurück

Die Moulin Rouge

Sie treten um kurz vor 23 Uhr oder gegen halb eins auf den Boulevard de Clichy — mitten in Pigalle, das Viertel mit den Leuchtreklamen. Gefährlich ist das nicht, es gehört nicht zu den Gegenden, die man meiden sollte, aber es ist lebhaft und nicht jedermanns Sache.

Nach der frühen Show erreichen Sie die Métro an der Station Blanche noch bequem. Nach der späten Vorstellung fährt sie nur am Freitag und Samstag lange genug; sonst nehmen Sie ein Taxi oder laufen die zwanzig Minuten hinunter Richtung Opéra.

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Moulin Rouge, Crazy Horse oder Paradis Latin?

Die Auswahl ist kleiner geworden, als viele Reiseführer noch schreiben: Das Lido an den Champs-Élysées hat seine Revue 2022 eingestellt und wird seither als Musiktheater Lido2Paris bespielt. Wer die klassische Revue mit Tanzformation sucht, hat noch zwei ernsthafte Alternativen.

Das Crazy Horse ist kleiner, stilisierter und deutlich erotischer — eine Licht- und Körperchoreografie, keine Federrevue. Das Paradis Latin im Quartier Latin spielt in einem Saal, dessen Konstruktion auf Gustave Eiffel zurückgeht, und ist intimer als das Moulin Rouge.

Das Moulin Rouge bleibt die große Revue: das größte Ensemble, das aufwendigste Bühnenbild, der historische Ort. Wer genau eines davon will, ist hier richtig. Wer etwas Intimeres sucht, nicht.

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Lohnt sich der Besuch?

Tanz im Moulin Rouge Beitrag

Es ist teuer, und wer Erotik erwartet, wird enttäuscht. Der Punkt ist ein anderer: Das Moulin Rouge ist seit 1889 am selben Platz, Édith Piaf hat hier gespielt, und im Publikum saßen Oscar Wilde, Sigmund Freud und der Prince of Wales. Vergleichbares gibt es nicht — was anderswo so aussieht, ist eine Kopie.

Rechnen Sie mit einem Abend, nicht mit einem Programmpunkt: anderthalb Stunden Show, davor Anfahrt und Warten, danach der Weg zurück. Wenn Sie den Nachmittag und den frühen Abend im selben Viertel verbringen, wird daraus ein runder Tag — Montmartre liegt direkt oberhalb, und der Audioguide von TouringBee deckt die Strecke zwischen Mühle und Basilika mit rund anderthalb Stunden Erzählung ab.

Wenn Sie sich entschieden haben, stehen zwei Formeln zur Wahl: Show mit Champagner oder Abendessen mit Show. Und denken Sie an den einen Satz von ganz oben: Der Sitzplatz richtet sich nach dem Buchungsdatum.

Einen schönen Abend im Moulin Rouge!

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