RER Paris: Welches Ticket Sie brauchen und welche Linie wohin fährt
Fünf Linien, A bis E, und ein Einzelticket, das in ganz Île-de-France gilt. Das ist die wichtigste Änderung der letzten Jahre: Für Einzelfahrscheine gibt es die alten Zonen nicht mehr. Wer in einem älteren Reiseführer nach dem Zonenaufpreis für Versailles sucht, sucht vergeblich — der ist abgeschafft. Eine Ausnahme blieb, und die ist teuer: Fahrten von und zu den Flughäfen brauchen ein eigenes Ticket.
Konkret heißt das: Ein Métro-Train-RER-Ticket kostet aktuell 2,55 Euro und gilt zwei Stunden lang für Métro, RER, Vorortzug und Standseilbahn — auch hinaus bis Versailles oder Disneyland, solange Sie das Netz nicht verlassen. Île-de-France Mobilités passt die Preise jeweils zum Januar an, die Struktur bleibt aber gleich.
Möchten Sie nach einem langen Flug gar nicht erst über Bahnsteige nachdenken, sondern direkt ins Hotel gebracht werden? Dann ist ein privater Transfer vom Flughafen die bequemere Variante — vor allem, wenn Sie mit Koffern, Kindern oder nach Mitternacht ankommen.
Was Sie vorher wissen sollten
- Heben Sie das Ticket bis zum Ausgang auf. Anders als in der Métro haben RER-Bahnhöfe auch am Ausgang Sperren. Ein weggeworfenes Ticket heißt: Sie kommen nicht raus.
- Nicht jeder Zug hält überall. Auf derselben Linie fahren Züge, die jede Station bedienen, und solche, die die meisten durchfahren. Das ist die häufigste Falle für Ortsfremde.
- Jede Linie hat mehrere Endstationen. Die RER A und B gabeln sich mehrfach. Welcher Ast gefahren wird, steht auf der Anzeige — nicht nur die Linie prüfen, sondern das Ziel.
- Die Türen öffnen nicht von selbst. Sie müssen einen Knopf drücken oder einen Griff ziehen. Wer davor steht und wartet, fährt weiter.
- Das normale Ticket gilt nicht zum Flughafen. Für CDG und Orly brauchen Sie das Flughafenticket für rund 13 Euro. Wer mit dem 2,55-Euro-Ticket einsteigt, zahlt beim Ausstieg nach.
- Nach Versailles aussteigen an Versailles Château Rive Gauche, nicht an Versailles-Chantiers. Chantiers liegt deutlich weiter vom Schloss entfernt.
- Châtelet–Les Halles ist ein Fußmarsch. Der größte unterirdische Bahnhof Europas — planen Sie zum Umsteigen zehn bis fünfzehn Minuten ein, nicht drei.
- Papiertickets verschwinden. Gekauft wird auf eine Navigo-Easy-Karte oder direkt aufs Handy. Am Automaten gibt es beides, die Karte kostet einmalig ein paar Euro und lässt sich immer wieder aufladen.
Was ist das RER überhaupt?
RER steht für Réseau express régional d’Île-de-France. Es ist ein Regionalzugnetz, das nicht nur die Vororte bedient, sondern quer durch Paris führt und sich unterirdisch mehrfach mit der Métro kreuzt.
Der praktische Unterschied zur Métro: Die RER hält seltener und fährt dafür schneller und weiter. Innerhalb von Paris sparen Sie damit oft die Hälfte der Zeit — die Strecke von der Gare du Nord nach Châtelet dauert mit der RER zwei Minuten, mit der Métro und einmal Umsteigen gut zehn.
Insgesamt gibt es 257 RER-Bahnhöfe in der Île-de-France, 33 davon liegen in Paris. Für Besucher sind aber nur eine Handvoll wirklich relevant.

Welche Linie fährt wohin?
RER A — die Ost-West-Achse und die am stärksten befahrene Linie. Sie verbindet La Défense im Westen mit Disneyland im Osten (Station Marne-la-Vallée–Chessy, direkt vor dem Parkeingang). Unterwegs: Charles de Gaulle–Étoile, Châtelet–Les Halles, Gare de Lyon, Vincennes.
RER B — die Flughafenlinie, von Nordost nach Südwest. Im Norden nach Charles de Gaulle, im Süden über Antony zum Orlyval Richtung Orly. In der Stadt hält sie an Gare du Nord, Châtelet–Les Halles, Saint-Michel–Notre-Dame und Luxembourg. Für Besucher die wichtigste Linie überhaupt.
RER C — die Museumslinie. Sie folgt innerhalb der Stadt der Seine: Musée d’Orsay, Invalides, Champ de Mars–Tour Eiffel. Im Südwesten führt sie nach Versailles, im Süden ebenfalls Richtung Orly.
RER D — Nord-Süd durch das Zentrum, mit Halt an Gare du Nord, Châtelet–Les Halles und Gare de Lyon. Für Touristen selten nötig, aber praktisch als Direktverbindung zwischen den beiden Bahnhöfen.
RER E — vom Norden von Paris Richtung Nordosten, inzwischen nach Westen bis La Défense und Nanterre verlängert. Die jüngste und modernste der fünf Linien.
Daneben fahren Regionalzüge mit den Buchstaben H, J, L, N, P, R und U. Die heißen Transilien, berühren das Zentrum nicht und spielen für einen Städtebesuch keine Rolle.
Vom Flughafen in die Stadt
Charles de Gaulle: Die RER B fährt vom Bahnhof an Terminal 2 sowie von Terminal 3 (für Terminal 1 mit dem CDGVAL dorthin). Bis zur Gare du Nord dauert es rund 30 Minuten, bis Châtelet gut 35. Das Ticket kostet rund 13 Euro.
Orly: Seit der Verlängerung der Métro-Linie 14 gibt es eine direkte Verbindung ohne Umsteigen bis ins Zentrum — für die meisten Reisenden inzwischen der einfachere Weg als die alte Kombination aus RER B und Orlyval. Auch hier gilt der Flughafentarif.
Die Rechnung gegen das Taxi ist schnell gemacht: Ein Festpreis-Taxi vom CDG ins rechte Seineufer liegt deutlich höher als 13 Euro pro Person. Zu zweit mit wenig Gepäck gewinnt die RER klar, zu viert mit Koffern wird es knapp, und nach einem Nachtflug oder mit kleinen Kindern gewinnt fast immer die Tür-zu-Tür-Lösung. Transferpreise für Ihren Ankunftstag sehen Sie vorab, inklusive fester Abholzeit.
Ein Hinweis, der Geld spart: Der Navigo Jour für 12 Euro deckt alle Zonen ab, aber nicht die Flughäfen. Wer am Ankunftstag eine Tageskarte kauft, hat die Fahrt vom Flughafen trotzdem nicht drin.
» Lesen Sie mehr – 10 Möglichkeiten, vom Flughafen Charles-de-Gaulle nach Paris zu gelangen
Mit der RER C nach Versailles
Die einfachste Anreise zum Schloss führt mit der RER C bis Versailles Château Rive Gauche. Von dort sind es etwa zehn Minuten zu Fuß bis zum Tor. Wichtig ist nur, den richtigen Ast zu erwischen: Nicht jeder RER-C-Zug fährt nach Versailles, die Zielanzeige entscheidet.
Was viele unterschätzt: Der Park ist größer als das Schloss. Zwischen Hauptgebäude, Grand Trianon, Petit Trianon und dem Weiler der Marie-Antoinette liegen Kilometer, und die Wege sind nicht ausgeschildert wie ein Museum. Wer die Gärten in der richtigen Reihenfolge abläuft, spart sich eine Stunde Hin und Her.
Für diesen Teil gibt es einen deutschsprachigen Audioguide für die Gärten von Versailles, der die Route vorgibt und unterwegs erzählt, was man sonst auf keiner Tafel liest.
Mit der RER A nach Disneyland
Die zweite große Ausflugsstrecke ist die RER A nach Osten. Endstation ist Marne-la-Vallée–Chessy, und das ist der angenehmste Bahnhof der ganzen Region: Sie steigen aus und stehen vor dem Parkeingang, ohne Shuttle und ohne Fußmarsch.
Von Châtelet–Les Halles dauert die Fahrt gut 40 Minuten, von der Gare de Lyon etwa 35. Auch hier gilt das normale Ticket — Disneyland liegt zwar weit draußen, aber innerhalb des Netzes, für das der Einheitstarif gilt.
Zwei praktische Punkte: Morgens zwischen 8 und 9 Uhr fahren Sie gegen den Berufsverkehr, also entspannt. Und prüfen Sie vor dem Feuerwerk am Abend, wann der letzte Zug zurückfährt — der Park schließt später, als die RER A fährt, und ein Taxi von Chessy nach Paris ist eine teure Überraschung.
» Lesen Sie mehr – Wie man von Paris nach Disneyland gelangt
Tickets: was gilt und was kostet

Seit der Tarifreform ist die Sache deutlich einfacher geworden, als sie jahrzehntelang war. Es gibt im Wesentlichen vier Dinge, die Sie kennen müssen:
Das Métro-Train-RER-Ticket für aktuell 2,55 Euro. Gilt zwei Stunden, für Métro, RER, Vorortzug und Standseilbahn, in der gesamten Île-de-France — solange Sie das Netz nicht verlassen. Damit kommen Sie auch nach Versailles oder Disneyland.
Das Bus-Tram-Ticket für 2,00 Euro. Ein eigenes Ticket, nicht mit dem obigen kombinierbar.
Das Flughafenticket für rund 13 Euro, für Fahrten von und zu CDG und Orly.
Der Navigo Jour für 12 Euro, alle Zonen, ohne Flughäfen — lohnt sich ab etwa fünf Fahrten am Tag. Für einen ganzen Aufenthalt ist der Navigo Semaine von Montag bis Sonntag die günstigere Rechnung.
Gekauft wird am Automaten, in der App oder direkt mit dem Handy. Papiertickets laufen aus; die Navigo-Easy-Karte ersetzt sie und lässt sich beliebig oft aufladen.
» Lesen Sie mehr – Detaillierte Anweisungen für die Pariser Metro (U-Bahn)
Am Bahnsteig: den richtigen Zug erkennen

Hier liegt der eigentliche Unterschied zur Métro, und hier gehen die meisten Fahrten schief. In der Métro gilt: Linie stimmt, Richtung stimmt, fertig. Bei der RER reicht das nicht.
Jeder RER-Zug trägt einen Vier-Buchstaben-Code wie ELAO, NORA oder VICK. Der Code ist kein Zufall: Der erste Buchstabe steht für die Endstation, die übrigen bezeichnen die Haltestellenfolge. Sie müssen das System nicht auswendig lernen — es genügt zu wissen, dass zwei Züge derselben Linie in dieselbe Richtung völlig verschiedene Strecken fahren können.
Verlassen Sie sich deshalb auf die Anzeigetafel am Bahnsteig. Dort stehen alle Halte des nächsten Zuges aufgelistet, oft mit Leuchtpunkten neben den bedienten Stationen. Ist Ihre Station nicht beleuchtet, hält der Zug dort nicht — dann nehmen Sie den nächsten.
Und noch ein Detail: Ein Bahnsteig kann von mehreren RER-Linien gleichzeitig bedient werden. Prüfen Sie also erst die Linie, dann die Richtung, dann die Halteliste.
RER oder Métro — was nehmen?
Für kurze Wege innerhalb der Innenstadt ist die Métro fast immer richtig: dichteres Netz, häufigere Züge, kürzere Wege zum Bahnsteig.
Die RER nehmen Sie in drei Fällen: wenn Sie quer durch die Stadt müssen und Zeit sparen wollen, wenn Ihr Ziel außerhalb liegt (Flughäfen, Versailles, Disneyland, La Défense), oder wenn Sie direkt an einer der Seine-Stationen der RER C herauskommen wollen — Champ de Mars für den Eiffelturm, Musée d’Orsay für das Museum.
Beides läuft auf demselben Ticket. Sie können also unterwegs wechseln, solange Sie innerhalb der zwei Stunden bleiben und die Sperren nicht verlassen.
» Lesen Sie mehr – Wie erreicht man Versailles von Paris aus
Stoßzeiten, Gepäck und Taschendiebe
Die RER A gilt als eine der meistbefahrenen Bahnlinien Europas. Zwischen 8 und 9:30 Uhr sowie zwischen 17:30 und 19 Uhr ist sie im Abschnitt zwischen La Défense und Nation entsprechend voll — mit großem Koffer ist das kein Vergnügen. Wenn Ihr Zug oder Flug es zulässt, legen Sie die Fahrt außerhalb dieser Fenster.
Auf der RER B zwischen Flughafen und Innenstadt sollten Sie Ihre Sachen im Blick behalten. Die Strecke ist bei Taschendieben beliebt, weil dort planmäßig müde Menschen mit Gepäck sitzen. Nichts Dramatisches, aber Rucksack nach vorn und Handy nicht auf dem Sitz neben sich.
Ein letzter Punkt zum Gepäck: Die RER-Züge haben keine eigenen Gepäckablagen wie ein Fernzug. Große Koffer stehen im Türbereich, was in vollen Zügen unangenehm wird — noch ein Argument, den Transfer nach einem Langstreckenflug anders zu lösen.
Die drei Fehler, die Besucher am häufigsten machen
Erstens: das Ticket nach dem Einsteigen wegwerfen. Am RER-Ausgang brauchen Sie es erneut.
Zweitens: mit dem normalen Ticket zum Flughafen fahren. Das fällt spätestens an der Sperre auf und wird teurer als das richtige Ticket.
Drittens: in den erstbesten Zug der richtigen Linie steigen. Wenn er Ihre Station durchfährt, sitzen Sie bis zum nächsten Halt fest — und der kann zwanzig Kilometer weiter liegen.
Wer diese drei Dinge im Kopf hat, kommt mit der RER überall hin, wo ein Besucher in Paris hinwill. Und wenn Sie am Ende doch in Versailles landen: Die Gärten laufen sich am besten mit einer Route, die jemand vorher überlegt hat — der Audioguide von TouringBee ist genau dafür gebaut.
Gute Fahrt mit der RER!


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