Leonardo da Vinci und das Schloss in Amboise
Das Château d’Amboise ist eines der berühmtesten Schlösser an der Loire – und der Ort, an dem Leonardo da Vinci begraben liegt. 1516 folgte er einer Einladung von König Franz I. nach Frankreich und zog in das Herrenhaus Cloux, das heutige Clos Lucé, wenige Hundert Meter vom Schloss entfernt. Dort hat er die letzten Jahre seines Lebens gewohnt und gearbeitet, und von dort ging er zu seinem königlichen Gönner hinüber. Von einem unterirdischen Gang zwischen den beiden Häusern wird gern erzählt; belegt ist er nicht.
Wichtig für die Planung: Das Königsschloss Amboise und das Clos Lucé sind zwei verschiedene Häuser mit zwei verschiedenen Tickets. Im Clos Lucé hat Leonardo gelebt und ist gestorben, im Königsschloss liegt sein Grab.
Die Schönheit der Natur, das gesunde Klima und die aufmerksame (großzügige) Haltung des Königs versorgten den alten Meister mit allem, was er zum Arbeiten brauchte, und machten die letzten Jahre des legendären Meisters zweifellos angenehm und fruchtbar.
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Leonardos Erfindungen und Kunst

Gemalt hat Leonardo in Amboise kaum noch etwas. Die Mona Lisa, italienisch „La Gioconda“, entstand ab etwa 1503 in Italien; nach Frankreich hat er sie im Gepäck mitgebracht, vollendet wurde sie hier nicht. Was in diesen Jahren entstand, waren vor allem Zeichnungen, Studien und Entwürfe.
Die Mona Lisa befindet sich heute im Louvre. Lesen Sie hierzu gerne auch unseren separaten Artikel!
Auch die Erfindertätigkeit kam nicht zu kurz: Unermüdlich baute er Modelle von unglaublichen Maschinen, auch für das Militär (da Vinci, der selbst ein friedlicher Mensch war, hatte spannenderweise eine außerordentliche Vorliebe für die Erfindung von Zerstörungswerkzeugen).
Im Innenhof des Schlosses befindet sich zum Beispiel ein sehr interessantes Beispiel hierfür – die Nachbildung eines von da Vinci entworfenen „Panzers“. Es handelt sich um eine kegelförmige Konstruktion, die mit Kanonen bestückt und zum Schutz der Besatzung mit einer Holzpanzerung versehen ist. Die Erfindung erwies sich mit der Technik des 16. Jahrhunderts als völlig unwirksam, aber die Idee war ihrer Zeit um fast 400 Jahre voraus! Wer weiß, was Leonardos Genie mit einer fortschrittlicheren Technologie in den Fingerspitzen getan hätte! Im Herrenhaus von Cloux sind zahlreiche Nachbildungen seiner unglaublichen Mechanismen ausgestellt.
Das Museum ist sehr familienfreundlich und bietet spezielle Programme für kleine Erfinder und alle Arten von angepassten Einrichtungen. Es werden auch spezielle Führungen für Familien vor Ort angeboten.
Das Ticket für das Clos Lucé schließt dieses Museum ein; hier können Sie es online buchen!
Das Grabmal von Leonardo da Vinci in Amboise

Gestorben ist Leonardo am 2. Mai 1519, und zwar im Clos Lucé. Begraben wurde er nicht dort, sondern auf dem Gelände des Königsschlosses: in der kleinen Kapelle Saint-Hubert gleich hinter dem Eingang. Zwei Häuser, zwei Orte, zwei Tickets – wer beides sehen will, sollte das einplanen.
Ganz gesichert ist die Grabstelle allerdings nicht. Leonardo wurde zunächst in der Stiftskirche Saint-Florentin beigesetzt, die nach der Revolution abgerissen wurde; die Gebeine, die man 1863 in die Kapelle Saint-Hubert umbettete, gelten als sehr wahrscheinlich seine, bewiesen ist es nicht. Die Platte ist schlicht, und das passt zu ihm.
Heute ist Amboise ein gut entwickeltes Touristenziel, das die Möglichkeit bietet, die erstaunliche Renaissance-Architektur kennenzulernen und die Welt von Leonardo da Vinci zu berühren.
Wenn Sie hier auch übernachten möchten, sehen Sie sich die Hotels in Amboise über diesen Link an.
Anreise zum Clos Lucé, Öffnungszeiten und Eintrittskarten
Die bei weitem bequemste Art, von Paris aus nach Clos Lucé zu gelangen (wenn Sie nicht Ihr eigenes oder ein gemietetes Auto benutzen), ist mit dem Zug.
Vom Gare d’Austerlitz: Direktverbindung nach Amboise mit dem TER, etwa zwei Stunden.
Vom Gare Montparnasse: mit dem TGV nach Saint-Pierre-des-Corps, dort Umstieg in Regionalzug oder Bus; so dauert es gute zwei Stunden.
Adresse des Clos Lucé: 2 rue du Clos Lucé, 37400 Amboise. Vom Königsschloss sind es zu Fuß wenige Minuten den Hügel hinauf.
Öffnungszeiten: Das Clos Lucé öffnet am Morgen und schließt am frühen Abend, im Sommer später; letzter Einlass eine Stunde vor Schluss. Das Königsschloss ist am 1. Januar und am 25. Dezember geschlossen und macht vom 4. Januar bis 5. Februar sowie vom 2. November bis 17. Dezember eine Mittagspause. Die genauen Zeiten stehen auf den offiziellen Websites der beiden Häuser.
Eintritt, zwei Tickets: Für das Clos Lucé zahlen Erwachsene 20 €, ermäßigt und mit Studentenausweis 15 €, Kinder von 7 bis 18 Jahren 15 €, unter 7 Jahren frei; das Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet 60 €, Sonderausstellungen kommen mit 5 / 3 / 1 € dazu. Das Königsschloss Amboise kostet Erwachsene 17,30 €, ermäßigt 14,40 €, Kinder von 7 bis 18 Jahren 11 €, unter 7 Jahren frei. Ein gemeinsames Ticket für beide Häuser gibt es nicht. Preise Stand Oktober 2026 — prüfen Sie sie vor der Reise auf den Websites der beiden Häuser.
Mit Audioguide: Wer dabei auch etwas hören möchte: Bei TouringBee gibt es einen deutschsprachigen Audioguide für das Loiretal – 9,99 €, rund dreieinhalb Stunden in 17 Aufnahmen, den Text hat ein Historiker geschrieben. Amboise und das Clos Lucé sind darin enthalten, dazu Chambord, Blois, Chenonceau, Azay-le-Rideau und Tours. Der Eintritt in die Schlösser ist darin nicht inbegriffen – die Tickets kaufen Sie weiter an der Kasse oder online.
Viel Spaß bei Ihrem Besuch des Leonardo Schlosses!

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