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Centre Pompidou: bis 2030 geschlossen – was stattdessen offen ist

Kurz und unangenehm: Das Centre Pompidou ist zu. Seit dem 22. September 2025 ist das Gebäude an der Rue Beaubourg geschlossen, und zwar nicht für ein paar Monate, sondern bis 2030. Wer mit einem Pompidou-Besuch im Reiseplan nach Paris kommt, muss umplanen – und dafür steht unten, was stattdessen offen ist, inklusive der Orte, an denen man Teile der Sammlung tatsächlich noch sehen kann.

Das Wichtigste in einem Satz: das Hauptgebäude geschlossen bis 2030, die Dauerausstellung nirgends in Paris zu sehen, das Dach mit dem berühmten Blick nicht zugänglich. Offen bleiben die Maison Pompidou im Marais, die Bibliothek an einem neuen Standort und das Kino – alle drei kostenlos oder sehr günstig.

Warum das Centre Pompidou geschlossen ist

Das Centre Pompidou in Paris, geschlossen bis 2030
Das Gebäude von Renzo Piano und Richard Rogers wurde 1977 eröffnet und war von Anfang an ein technisches Experiment: alle Leitungen, Rolltreppen und Lüftungsrohre nach außen verlegt, damit innen eine freie Fläche bleibt. Nach fast fünfzig Jahren und mehr als drei Millionen Besuchern im Jahr ist dieses Experiment an seine Grenzen gekommen. Es geht um Asbestsanierung, um Brandschutz, um die komplette Erneuerung der Technik – Dinge, die man nicht abends nach Schließung macht, während tagsüber Besucher durch die Säle laufen.
Deshalb hat man sich für die radikale Variante entschieden: komplett leerräumen, komplett sanieren. Die Sammlung wurde 2025 ausgelagert, die eigentlichen Bauarbeiten laufen seit April 2026. Als Wiedereröffnung nennt das Centre Pompidou das Jahr 2030. Das ist eine Prognose und kein Versprechen – bei Bauprojekten dieser Größe in Paris lohnt es sich, kurz vor der Reise noch einmal nachzusehen.
Praktisch bedeutet das: Der Vorplatz mit den Straßenmusikern ist weiterhin öffentlich zugänglich, das Gebäude selbst nicht. Auch die Rolltreppe an der Fassade und die Aussicht vom Dach fallen weg – beides war nie ohne Ticket zu haben und ist jetzt gar nicht zu haben.

Was vom Centre Pompidou noch offen ist

Das Centre Pompidou hat sich nicht komplett aus der Stadt verabschiedet, sondern in drei kleinere Adressen aufgeteilt. Alle drei sind kostenlos – das ist der eine Vorteil dieser Baustelle.

  • Maison Pompidou, 50 rue Rambuteau (3. Arrondissement), zwei Minuten vom geschlossenen Hauptgebäude. Täglich außer Dienstag von 11 bis 19 Uhr, Eintritt frei. Das ist die Anlaufstelle für die Zeit der Sanierung: kleine Ausstellungen, Workshops, Informationen zum Bauprojekt. Bis 13. Dezember 2026 läuft dort La Bataille des couleurs.
  • Die öffentliche Bibliothek (Bpi) ist in das Gebäude Lumière gezogen, 40 Avenue des Terroirs de France im 12. Arrondissement, zweiter Stock. Der Zugang ist kostenlos, man braucht aber ein kostenloses Ticket; dienstags geschlossen. Wer die Bibliothek nur als Ausweichort bei Regen kennt: das funktioniert dort genauso.
  • Das Kino läuft als „mk2 bibliothèque × Centre Pompidou“ weiter, 128–162 Avenue de France im 13. Arrondissement. Das Programm mit Retrospektiven und Filmklassikern bleibt, der Saal ist nur ein anderer.

Dazu kommen zwei Adressen außerhalb von Paris. Das Centre Pompidou Francilien in Massy südlich der Stadt wird das neue Depot mit öffentlichem Zugang – es öffnet erst im Frühjahr 2027 richtig, zeigt sich aber an einzelnen kostenlosen Wochenenden schon vorher. Und das Centre Pompidou-Metz in Lothringen läuft normal weiter: 7, 10 oder 14 Euro je nach Ausstellung, gut 80 Minuten mit dem TGV von Paris-Est. Für einen Tagesausflug ist das eine ernsthafte Option, wenn man genau diese Art Kunst sucht.

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Wo die Sammlung während der Sanierung zu sehen ist

Moderne Kunst in Paris während der Schließung des Centre Pompidou
Hier muss man ehrlich sein, weil im Netz viel Unsinn dazu steht: Die Dauerausstellung des Musée national d’art moderne ist derzeit nirgends in Paris dauerhaft zu sehen. Die Kandinskys, Matisses und Picassos aus dieser Sammlung sind im Depot oder auf Reisen. Es gibt kein Ersatzmuseum, in dem man sie geschlossen findet.
Was es gibt, sind einzelne große Ausstellungen, die das Centre Pompidou an anderen Pariser Häusern zeigt. Sie wechseln, deshalb lohnt der Blick ins aktuelle Programm. Derzeit laufen drei:

  • Cezanne et nous im Grand Palais, bis 17. Januar 2027, 19 Euro (ermäßigt 16 Euro). Tickets gibt es nur direkt über das Grand Palais – wer vor Ort an die Kasse geht, sollte mit Wartezeit rechnen.
  • Vies minuscules im Panthéon, bis 31. Januar 2027, im Eintritt des Panthéons enthalten.
  • Der Prix Marcel Duchamp im Musée d’Art Moderne de Paris, bis 7. Februar 2027, Eintritt frei.

Moderne Kunst in Paris: die besten Alternativen

Museen für moderne Kunst in Paris als Alternative zum Centre Pompidou
Paris ist nicht arm an moderner Kunst, auch ohne das Pompidou. Diese sechs Häuser sind offen und decken zusammen ziemlich genau das ab, wofür man sonst an die Rue Beaubourg gefahren wäre – sortiert danach, wie nah sie dem Original kommen.
Bourse de Commerce – Pinault Collection. Zeitgenössische Kunst in einem runden Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das Tadao Andō mit einem Betonzylinder im Inneren umgebaut hat. Von allen Alternativen die, die dem Pompidou am nächsten kommt, und dazu zehn Gehminuten vom geschlossenen Gebäude entfernt. Eintritt 15 Euro.


Palais de Tokyo gegenüber dem Eiffelturm ist das große Haus für Gegenwartskunst in Paris – rohe Betonhallen, große Installationen, und bis 22 Uhr offen, was es zur guten Abendoption macht. Eintritt rund 13 Euro, dienstags geschlossen; Tickets im Voraus ersparen die Schlange am Eingang.
Musée d’Art Moderne de Paris liegt im gleichen Gebäudekomplex, im Ostflügel. Die Dauerausstellung mit Matisse, Dufy und Delaunay ist kostenlos – das ist der beste Gratis-Tipp für moderne Kunst in Paris. Nur für die Sonderausstellungen zahlt man, dafür gibt es Tickets online.
Fondation Louis Vuitton im Bois de Boulogne ist eher Architektur mit Kunst darin als umgekehrt: ein Glassegelbau von Frank Gehry, 18 Euro Eintritt, mit einem Shuttle vom Arc de Triomphe erreichbar. Tickets derzeit nur über die Stiftung selbst.
Musée Picasso ist der naheliegendste Ersatz, wenn es einem im Pompidou vor allem um Picasso ging: fünf Gehminuten weiter im Marais, mehr als 5.000 Werke, 16 Euro. Eintrittskarten ohne Anstehen lohnen sich hier besonders, weil der Eingang klein ist.

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Atelier des Lumières ist keine klassische Sammlung, sondern eine Halle, in der Gemälde wandgroß projiziert werden. Mit Kindern oder nach einem langen Museumstag funktioniert das besser als ein weiteres Haus mit Bilderrahmen; ein Ticket gilt jeweils für eine Show, nicht für das ganze Haus.

Und der Blick vom Dach?

Aussicht über Paris als Ersatz für das Dach des Centre Pompidou
Die Rolltreppe an der Fassade und die Terrasse im sechsten Stock waren für viele der eigentliche Grund für das Ticket – von dort sah man über die Dächer des Marais, ohne dass einem der Eiffelturm die halbe Aussicht verdeckt. Dieser Blick ist bis 2030 weg, und ersetzen kann man ihn nicht eins zu eins.
Am nächsten kommt die Dachterrasse des Institut du Monde Arabe am Seine-Ufer: frei zugänglich, Blick über die Seine auf die Rückseite von Notre-Dame, und fast immer leer. Wer Höhe will, nimmt den Tour Montparnasse, und wer nur einen Kaffee mit Aussicht sucht, ist in einem der Dachrestaurants besser aufgehoben als in einer Warteschlange.

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Lohnt der Paris Museum Pass ohne Pompidou noch?

Ja, aber die Rechnung ändert sich. Das Centre Pompidou war einer der Gründe, den Pass zu kaufen – es steht noch in manchen Listen, ist aber selbstverständlich nicht nutzbar. Was bleibt, sind über fünfzig andere Museen und Monumente, Louvre und Versailles eingeschlossen, und darunter auch das Musée Picasso. Direkt beim Anbieter kostet der Pass 85 Euro für zwei Tage, 105 für vier und 125 für sechs; über Wiederverkäufer liegt er etwas höher, dafür ist die Abholung organisiert.
Die Faustregel: ab etwa drei bezahlten Museen pro Tag rechnet sich der Pass, darunter nicht. Und er ersetzt keine Zeitfensterreservierung – für den Louvre und ein paar andere Häuser braucht man die trotzdem, kostenlos, aber im Voraus. Den Pass im Voraus zu buchen ist vor allem dann praktisch, wenn man nicht erst am Ankunftstag eine Abholstelle suchen will – den Preisunterschied zum Direktkauf sieht man vor dem Bezahlen.

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Hinkommen – und was man in der Gegend sonst macht

Das Viertel um das Centre Pompidou bleibt einer der besten Flecken in Paris, auch mit Bauzaun. Die nächsten Metrostationen sind Rambuteau (Linie 11), Hôtel de Ville (Linien 1 und 11) und Châtelet–Les Halles (Linien 1, 4, 7, 11, 14 und die RER-Linien A, B, D).
Von dort sind es wenige Minuten in das Marais, zum Musée Carnavalet – Stadtgeschichte, Dauerausstellung kostenlos – und zur Place des Vosges. Wer sich auf dem Weg nicht nur Fassaden ansehen, sondern auch durch die alten Bäckereien und Delikatessläden des Viertels essen will, findet bei TouringBee eine deutschsprachige Food-Tour durch das Marais, die genau diese Straßen abgeht.
Und wenn Sie noch ein Hotel in der Nähe suchen: das 3. und 4. Arrondissement sind zum Laufen die bequemste Wahl in ganz Paris – man ist von hier zu Fuß am Louvre, an Notre-Dame und im Quartier Latin.
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