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Navigo-Verkehrskarte in Paris

U-Bahn

Navigo ist die Chipkarte, mit der in Paris fast alle fahren — in Bus, Metro, RER und den Transilien-Zügen. Die alten Pappfahrscheine werden nicht mehr verkauft und verlieren am 14. Dezember 2026 endgültig ihre Gültigkeit; danach führt für Reisende kein Weg mehr an Navigo vorbei. Hier steht, welche Varianten es gibt, was sie kosten und welche sich für Sie rechnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Navigo Easy kostet 2 €, ist anonym und braucht kein Foto. Für die meisten Reisenden die richtige Karte.
  • Navigo Découverte kostet 5 € und braucht ein Passfoto — nötig für Wochen- und Monatskarten.
  • Navigo Jour: 12,30 € für einen Kalendertag, alle Zonen.
  • Navigo Semaine: 32,40 € — aber immer von Montag bis Sonntag, nicht sieben Tage ab Kauf.
  • Navigo Mois: 90,80 € für den Kalendermonat.

Zuerst: welche Karte?

Zwei Dinge werden oft verwechselt. Navigo ist der Name der Fahrscheine; die Plastikkarte, auf der sie liegen, gibt es in zwei Ausführungen.

  • Navigo Easy — 2 €. Anonym, kein Foto, kein Name. Sie laden Einzelfahrscheine oder einen Navigo Jour darauf. Die Karte ist übertragbar, aber immer nur für eine Person gleichzeitig gültig. Für eine Städtereise ist das die richtige Wahl.
  • Navigo Découverte — 5 €. Personalisiert, mit Passfoto und Namen. Nur mit ihr können Sie eine Wochen- oder Monatskarte kaufen. Denken Sie an ein Foto im Format 2,5 × 3 cm; der Automat in der Station kostet sonst 5 € für vier Bilder.

Beide bekommen Sie am Schalter oder am Automaten in praktisch jeder Metro-, RER- und Transilien-Station, auch an den Flughäfen. Alternativ läuft alles auch übers Handy: Die App von Île-de-France Mobilités ersetzt die Karte komplett.

» Lesen Sie mehr – Verkehrsmittel in Paris

Navigo Jour — der Tagespass

Der Tagespass kostet 12,30 € und gilt für alle Zonen, die Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly eingeschlossen, ebenso Versailles, Fontainebleau und Disneyland. Nach Beauvais oder in den Rest Frankreichs kommen Sie damit nicht — Beauvais liegt außerhalb der Region.

Die frühere Staffelung nach Zonen ist weggefallen, ebenso der alte Papierpass Mobilis, den es nicht mehr gibt. Und eine Regel, an der viele scheitern: Der Navigo Jour gilt für den Kalendertag bis Mitternacht, nicht für 24 Stunden ab Entwertung. Für den Nachtbus um halb eins brauchen Sie einen neuen Fahrschein.

Gerechnet lohnt er sich ab etwa der fünften Fahrt: Fünf Einzelfahrten auf der Schiene kosten 12,75 €.

Navigo Semaine — die Wochenkarte

Die Wochenkarte kostet 32,40 € zuzüglich der 5 € für die Découverte-Karte und gilt für alle Zonen.

Der entscheidende Haken: Sie läuft immer von Montag null Uhr bis Sonntag 23:59 Uhr — unabhängig davon, wann Sie sie kaufen. Wer am Donnerstag anreist, zahlt den vollen Preis für vier Tage. In dem Fall sind zwei Tagespässe oder Einzelfahrscheine fast immer günstiger.

Verkauft wird die Karte für die laufende Woche bis Donnerstag; ab Freitag gibt es sie nur noch für die kommende Woche.

Navigo Mois — die Monatskarte

Der Monatspass kostet 90,80 € und gilt vom Ersten bis zum Letzten eines Kalendermonats, ebenfalls für alle Zonen. Verkauft wird er ab dem 20. des Vormonats. Für Reisende lohnt er sich nur bei einem Aufenthalt von mindestens drei Wochen innerhalb desselben Monats.

Navigo Liberté+ — Abrechnung im Nachhinein

Liberté+ ist kein Guthaben, sondern eine monatliche Abrechnung. Eine Fahrt auf der Schiene kostet damit 2,04 € statt 2,55 €, eine Bus- oder Tramfahrt 1,64 € statt 2,05 €, und pro Tag zahlen Sie höchstens 12,30 € — mehr als einen Tagespass also nie.

Der eigentliche Vorteil ist ein anderer: Unter den Varianten, die pro Fahrt abrechnen, ist Liberté+ die einzige, mit der Sie ohne zweiten Fahrschein von der Metro in den Bus umsteigen können. Der Wechsel zwischen Schiene und Bus oder Tram gilt innerhalb von 1,5 Stunden als eine Fahrt, zwischen Metro und RER innerhalb von 2 Stunden. Mit einem Einzelfahrschein geht das nicht — da sind Schiene und Straße strikt getrennt.

Bei den Zeitkarten ist das kein Thema: Navigo Jour, Semaine und Mois gelten in allen Verkehrsmitteln und erlauben beliebig viele Umstiege. Der Satz „nur mit Liberté+ kann man umsteigen“, der oft zu lesen ist, stimmt also nur für Einzelfahrten.

Dafür brauchen Sie allerdings ein Bankkonto mit Lastschriftverfahren. Für eine Woche Urlaub ist der Aufwand zu groß, für einen längeren Aufenthalt lohnt er sich. Einzelheiten stehen auf der Website von Île-de-France Mobilités.

Und die alten Pappfahrscheine?

Wenn Sie von einer früheren Reise noch ein Heft mit den weißen Pappfahrscheinen „t+“ in der Schublade haben: Die gelten noch bis einschließlich 14. Dezember 2026. Danach sind sie ungültig.

  • Verkauft werden sie schon länger nicht mehr — am Automaten bekommen Sie nur noch Navigo.
  • Restbestände können Sie bis 14. Januar 2027 an den Schaltern von RATP und SNCF gegen Guthaben auf einer Navigo-Karte tauschen, höchstens fünf Stück pro Tag.
  • Geld zurück gibt es nicht — nur den Tausch.

Praktisch heißt das: Wer noch alte Fahrscheine hat, fährt sie am besten einfach ab, statt sich um den Tausch zu kümmern.

Wer darf Navigo benutzen?

Navigo-Verkehrskarte in Paris

Ein hartnäckiges Gerücht besagt, Navigo sei nur für Franzosen. Das stimmt nicht — jeder kann eine Karte kaufen, ohne Wohnsitznachweis und ohne Anmeldung. Verkauft wird sie an fast allen Schaltern im Metro-, RER- und Transilien-Netz.

Aufladen können Sie am Schalter, am Automaten oder mit dem Handy. Die Automaten lassen sich auf Deutsch umstellen.

Und wann lohnt sich was?

Eine ehrliche Faustregel, in der Reihenfolge, in der die meisten Reisen aussehen:

  • Zwei, drei Fahrten am Tag, Hotel im Zentrum. Nehmen Sie Navigo Easy und laden Sie Einzelfahrscheine. Wer zentral wohnt, läuft in Paris ohnehin viel mehr, als er vorher denkt.
  • Ein Tag mit vollem Programm, Ausflug nach Versailles oder Disneyland. Navigo Jour für 12,30 € — spätestens ab der fünften Fahrt rechnet er sich, und der Weg in den Vorort ist inbegriffen.
  • Anreise am Montag oder Dienstag, ganze Woche vor Ort. Navigo Semaine für 32,40 €. Das ist rechnerisch die günstigste Woche, die Paris zu bieten hat.
  • Anreise mitten in der Woche. Finger weg von der Wochenkarte — sie endet trotzdem am Sonntag. Tagespässe sind dann besser.
  • Unterkunft im Vorort. Hier spart Navigo am meisten, weil jede Fahrt ins Zentrum sonst einzeln zu Buche schlägt.

Zu den Flughäfen gilt weder ein Einzelfahrschein noch Liberté+: Dafür gibt es den eigenen Fahrschein für 14 €. Im Navigo Jour, Semaine und Mois sind die Flughäfen dagegen enthalten.

Wenn Sie im Zentrum wohnen möchten und so einen Großteil der Fahrten sparen:

Ein Hotel im Stadtzentrum buchen

» Lesen Sie mehr – Die verschiedenen Fahrkarten der Pariser Metro

Die Preise steigen jedes Jahr zum 1. Januar leicht an. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Reise auf der Seite von Île-de-France Mobilités.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!

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