Gare de l’Est: Der Ostbahnhof in Paris
Der Gare de l’Est ist für deutsche Reisende der wichtigste Bahnhof in Paris: Von hier fahren die Züge nach Straßburg, Frankfurt, Luxemburg und weiter nach Osteuropa. Eröffnet wurde er 1849 als „Embarcadère de Strasbourg“, weil er der Pariser Endpunkt der Strecke nach Straßburg war; den heutigen Namen bekam er 1854.
Eine Sache gleich vorweg, weil sie oft falsch zu lesen ist: Der Ostbahnhof ist nicht der älteste Bahnhof von Paris. Saint-Lazare ist zwölf Jahre älter – der wurde 1837 eröffnet. Der Gare de l’Est ist dafür einer der schönsten, und das Innere lohnt ein paar Minuten, auch wenn Sie nirgendwo hinfahren: die riesige Halle, das große Wandgemälde zur Mobilmachung von 1914 und die beiden Skulpturen über dem Eingang, die für Straßburg und Verdun stehen.
Wenn Sie vom Bahnhof direkt zu Ihrem Hotel gebracht werden möchten, finden Sie unter diesem Link einen privaten Transfer – sinnvoll vor allem mit Gepäck, kleinen Kindern oder bei später Ankunft.
Wohin fahren die Züge vom Gare de l’Est?
Straßburg ist das klassische Ziel: Die schnellsten TGV brauchen 1 Stunde 45, normal sind etwa 2 Stunden 10. Dort sind deutsche und französische Kultur so ineinander gewachsen, dass sich der Umweg auch für einen einzigen Tag lohnt.
Frankfurt am Main erreichen Sie direkt in rund 3 Stunden 50 bis 4 Stunden – die Züge fahren als Kooperation von SNCF und Deutscher Bahn, teils über Straßburg und Karlsruhe, teils über Saarbrücken und Mannheim. Nach Luxemburg sind es gut zwei Stunden. Außerdem geht es von hier in die Schweiz, nach Österreich und weiter nach Osteuropa.
Und nach Berlin? Hier müssen wir bremsen. Im Dezember 2024 startete von diesem Bahnhof der direkte ICE nach Berlin, rund acht Stunden ohne Umsteigen. Dieser Zug fährt derzeit nicht: Er ist seit dem Sommer 2026 aus technischen Gründen ausgesetzt, und ein Termin für die Wiederaufnahme ist nicht genannt. Im Moment fahren Sie mit einem Umstieg – meist in Mannheim – in knapp acht Stunden. Prüfen Sie das kurz vor der Reise, die Lage kann sich ändern.
Und noch eine Korrektur für alle, die einen Nachtzug suchen: Der Nightjet nach Paris wurde im Dezember 2025 eingestellt. Seit März 2026 fährt wieder ein Nachtzug nach Berlin, der European Sleeper, dreimal pro Woche – aber vom Gare du Nord, nicht von hier. Die französischen Nachtzüge in den Süden starten ihrerseits am Gare d’Austerlitz.
Preise nennen wir absichtlich nicht: Bei TGV und ICE hängt der Preis fast nur davon ab, wie früh Sie buchen. Drei Monate vorher kostet Straßburg einen Bruchteil dessen, was Sie am Reisetag am Automaten zahlen. Zugfahrkarten bekommen Sie am Schalter und am Automaten, aber am besten im Voraus online auf SNCF Connect – die alte Adresse oui.sncf gibt es nicht mehr.
Tagesausflug nach Reims
Knapp eine Stunde mit dem TGV, und Sie sind in Reims, der Hauptstadt der Champagne. Das ist einer der besten Tagesausflüge ab Paris überhaupt: vormittags die Kathedrale, in der die französischen Könige gekrönt wurden, nachmittags ein Champagnerkeller.
Eine Kellerführung mit Verkostung ab Reimskönnen Sie vorab buchen – ohne Reservierung kommen Sie in den bekannten Häusern meist nicht hinein.
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Wie Sie zum Ostbahnhof kommen
Die Adresse: Place du 11 novembre 1918, 75010 Paris.
Metro: Linien 4, 5 und 7, Haltestelle Gare de l’Est.
RER: Der Ostbahnhof hat keine eigene RER-Station – das ist der häufigste Irrtum bei diesem Bahnhof, und er kostet Zeit. Die nächste RER-Station ist Magenta an der Linie E. Wollen Sie zum RER B oder D, müssen Sie zum Gare du Nord hinüber: etwa 600 Meter, rund zehn Minuten zu Fuß. Die Linie P, die hier endet, ist übrigens keine RER-, sondern eine Transilien-Linie in die östliche Region.
Wichtig für 2026 und 2027: Zwischen Gare du Nord und Gare de l’Est wird eine neue unterirdische Verbindung gebaut. Der Weg durch Magenta ist deshalb zeitweise umgeleitet, und der Aufzug an der Rue de l’Aqueduc ist außer Betrieb. Rechnen Sie mit ein paar Minuten mehr, besonders mit Gepäck.
Zum Flughafen: Zum Flughafen Charles de Gaulle nehmen Sie den RER B ab Gare du Nord, etwa 30 Minuten. Nach Orly fährt der RER B nicht – dorthin geht es mit der Metro 14.
Ein Transfer mit festem Preis ist die bequeme Alternative, wenn Sie zu mehreren reisen oder viel Gepäck haben: bei Kiwitaxi wartet der Fahrer mit Namensschild, und der Preis steht vorher fest.
Eine Übersicht darüber, wie der RER überhaupt funktioniert und welche Verkehrsmittel es in Paris gibt, haben wir separat zusammengestellt.
Gepäck abgeben
Die Schließfächer liegen auf Ebene -1 in Richtung Metro-Eingang, neben der Bäckerei PAUL, und sind täglich von 7:30 bis 22:30 Uhr geöffnet. Pro 24 Stunden kostet das kleine Fach 5,50 Euro, das mittlere 7,50 und das große 9,50 Euro; jeder weitere Tag 5 Euro.
Der wichtigste Hinweis dazu: Die Automaten hier nehmen nur Münzen. Am Montparnasse ist es genau umgekehrt, dort geht nur Karte. Besorgen Sie sich also vorher Kleingeld – und rechnen Sie damit, dass die Fächer an starken Reisetagen belegt sind. Was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, das Gepäck loszuwerden, steht in unserer Übersicht über Schließfächer in Paris.
Essen in der Nähe

Wenn Sie Zeit überbrücken müssen, gehen Sie nicht in die Bahnhofshalle, sondern nach draußen. Nur 150 Meter entfernt liegt der Marché Saint-Quentin, eine überdachte Markthalle aus dem 19. Jahrhundert mit Käse, Obst, Meeresfrüchten und einigen guten kleinen Lokalen – prüfen Sie die Öffnungszeiten vor Ort, mittags machen ein paar Stände Pause.
Ein paar Minuten weiter, in der Cour des Petites-Écuries, steht die Brasserie Floderer – die frühere Brasserie Flo, eine elsässische Institution mit Sauerkraut und Austern, passend zu einem Bahnhof, von dem die Züge ins Elsass fahren. Rundherum im 10. Arrondissement gibt es außerdem reichlich Cafés und Imbisse für einen Kaffee vor der Abfahrt.
Am Ostbahnhof übernachten?
Das Viertel um die beiden Nordbahnhöfe hat einen schlechteren Ruf, als es verdient – offizielle Warnungen gibt es nicht. Was stimmt: Es ist laut, tagsüber sehr belebt, und Taschendiebe sind hier tatsächlich ein Thema, im Bahnhof und im RER B zum Flughafen. Die Qualität hängt stark von der einzelnen Straße ab, mehr als vom Arrondissement.
Sinnvoll ist die Gegend, wenn Sie früh weiterfahren oder spät ankommen – dann sparen Sie einen Umweg und wohnen deutlich günstiger als im Zentrum. Direkt gegenüber dem Bahnhof liegt das Mercure Paris Gare de l’Est, näher kommt man nicht heran. Eine Nummer einfacher und günstiger ist das ibis Paris Gare de l’Est. Wer etwas mehr Charakter möchte, schaut sich das Hotel Mademoiselle mit seinem Innenhof, der Sauna und dem Hamam an.
Den vollständigen Überblick über die Hotels im Bahnhofsviertel finden Sie hier – achten Sie beim Vergleichen weniger auf den Preis als auf die genaue Adresse und den Weg vom Metro-Ausgang zur Tür.
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Und wenn Sie am Ostbahnhof ankommen und erst einmal Paris sehen wollen: Die Metro 4 bringt Sie in wenigen Minuten zur Île de la Cité und weiter nach Saint-Germain, die Linie 7 zum Louvre. Der Bahnhof ist ein besserer Startpunkt, als sein Ruf vermuten lässt.



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