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Parken in Paris: Preise, Zonen und der Aufschlag für schwere Autos

Parkplätze

Das größte Verkehrsproblem in Paris sind nicht die Staus, sondern die Parkplätze. Einen Platz zu finden, auf dem das Auto sicher und bezahlbar steht, ist schwierig – und deutlich teurer, als in den meisten Reiseführern steht. Die Pariser Tarife sind in den letzten Jahren mehrfach erhöht worden, und für große Autos gilt inzwischen ein eigener, dreifacher Tarif. Hier stehen die Zahlen, die heute gelten.

Was Sie auf der Fahrt nach Paris sonst noch brauchen – Crit’Air-Plakette, Umweltzone, Maut und die Durchfahrtsverbote im Zentrum – haben wir in Anreise nach Paris mit dem Auto zusammengestellt.

Parken auf der Straße

Gebührenpflichtig ist Montag bis Samstag von 9 bis 20 Uhr. Nachts zwischen 20 und 9 Uhr, an Sonntagen und an Feiertagen parken Sie kostenlos.

Parkautomat in Paris

Ein Irrtum, der sich hartnäckig hält: Im August ist das Parken nicht frei. Diese Regel wurde vor Jahren abgeschafft, und die Stadt schreibt es inzwischen ausdrücklich auf ihre Seite – gebührenpflichtig „einschließlich im Monat August“. Wer sich im Sommer darauf verlässt, zahlt hinterher.

Was Sie zahlen, hängt nur davon ab, in welchem Arrondissement Sie stehen. Zwei Zonen, nicht drei, wie oft behauptet wird:

  • Arrondissements 1 bis 11: 6 € pro Stunde
  • Arrondissements 12 bis 20: 4 € pro Stunde

Abgerechnet wird in Viertelstunden. Länger als sechs Stunden dürfen Sie nicht auf derselben Fläche stehen, und der Tarif steigt mit der Dauer: Die volle Sechsstundenzeit kostet am Ende 75 € in der Innenzone und 50 € in der Außenzone. Für einen Tag Sightseeing ist die Straße damit die schlechteste aller Möglichkeiten.

Parkschild in einer Pariser Straße

Der Aufschlag für schwere Autos – das betrifft viele deutsche Wagen

Das ist die wichtigste Änderung, und sie fehlt in fast allen deutschen Reisetipps. Nach einer Bürgerbefragung verlangt Paris seit dem 1. Oktober 2024 den dreifachen Tarif für schwere Fahrzeuge:

  • 18 € pro Stunde in den Arrondissements 1 bis 11, bis zu 225 € für sechs Stunden
  • 12 € pro Stunde in den Arrondissements 12 bis 20, bis zu 150 € für sechs Stunden

Als schwer gilt ein Verbrenner ab 1 600 kg sowie ein Hybrid- oder Elektroauto ab 2 000 kg. Maßgeblich ist das Leergewicht in Feld G der Zulassungsbescheinigung – schauen Sie dort nach, bevor Sie losfahren, denn die Grenze ist niedriger, als die meisten vermuten: Ein gut ausgestatteter Mittelklasse-Kombi liegt schnell darüber, ein Elektro-SUV fast immer.

Das Kennzeichen spielt keine Rolle. Ein deutsches Auto zahlt denselben Aufschlag wie ein französisches. Ausgenommen sind nur Anwohner und angemeldete Gewerbetreibende mit Abonnement sowie Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse, die gar nicht unter die Regel fallen; für leichte Nutzfahrzeuge der Klasse N1 hat die Stadt den Aufschlag Anfang 2025 wieder zurückgenommen.

Wenn Ihr Auto in diese Kategorie fällt, ist die Rechnung einfach: Ein Platz im Parkhaus kostet Sie dann weniger als ein Viertel davon.

Wie Sie bezahlen

Münzen nimmt in Paris kein Automat mehr. Es bleiben die Chip-Bankkarte am Automaten oder eine App – offiziell sind PayByPhone, EasyPark (seit Juli 2026 anstelle von Flowbird) und Indigo Neo. Die ältere Automatengeneration nimmt außerdem noch die vorausbezahlte Paris Carte, die neue nicht mehr.

Wichtig und leicht zu übersehen: Sie müssen das Kennzeichen eingeben, und es muss exakt dem Fahrzeugschein entsprechen. Keine Länderkennung davor, keine Leerzeichen zusätzlich, und Null nicht mit O verwechseln – bei einer Abweichung gilt die Zahlung als nicht geleistet. Der Automat gibt Ihnen einen Belegzettel; legen Sie ihn gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe.

Die Stadtverwaltung empfiehlt Besuchern ohnehin, nicht auf der Straße zu parken und die Fahrbahnen nicht unnötig zu belegen. Mit den aktuellen Tarifen ist dieser Rat auch finanziell vernünftig.

Was es kostet, wenn Sie nicht zahlen

Der Strafzettel unter dem Scheibenwischer aus den französischen Filmen ist Geschichte. Heute heißt die Gebühr „forfait post-stationnement“ (FPS), und sie ist deutlich höher als die 35 Euro, die in älteren Artikeln stehen:

  • 75 € in den Arrondissements 1 bis 11, 50 € in den Arrondissements 12 bis 20
  • Bei schweren Fahrzeugen 225 € beziehungsweise 150 €
  • 30 % Rabatt, wenn Sie innerhalb von neun Tagen online zahlen
  • Nach drei Monaten kommen 50 € Zuschlag dazu

Ein offenes Wort zur Durchsetzung: Nach Angaben der französischen Regierung lässt sich das FPS gegen im Ausland zugelassene Fahrzeuge derzeit praktisch nicht vollstrecken – die zwischenstaatlichen Abkommen deckten Parkgebühren bisher nicht ab. Frankreich arbeitet aber daran, das zu ändern. Sich darauf zu verlassen, ist also eine Wette auf Zeit, und am Abschleppwagen hilft es ohnehin nicht.

Abschleppen

Abgeschleppt wird bei behinderndem Parken (35 €), bei stark behinderndem oder gefährlichem Parken (135 €) und wenn ein Auto mehr als sieben Tage auf derselben Stelle steht. Das Abschleppen selbst kostet in Paris 150 €, jeder Tag auf dem Verwahrplatz 29 € – dazu die Gebühr, die Sie nicht gezahlt haben.

Zum Abholen brauchen Sie Führerschein und Zulassungsbescheinigung. Gehört das Auto nicht Ihnen – etwa ein Mietwagen –, zusätzlich den Mietvertrag oder eine Vollmacht.

Parkhaus: billiger als die Straße

Das überrascht viele, ist aber die klare Rechnung. Die Stadt nennt für ihre Tiefgaragen ab 3,80 bis 4 € pro Stunde in den Arrondissements 1 bis 11 und ab 3,20 bis 3,40 € in den Arrondissements 12 bis 20 – also unter dem Straßentarif, bei unbegrenzter Parkdauer und überdacht.

Die Häuser sind rund um die Uhr geöffnet und mit einem weißen „P“ auf blauem Grund ausgeschildert, meist in den Touristen-, Einkaufs- und Geschäftsvierteln. Betrieben werden sie von SAEMES, Indigo, Interparking, Q-Park, EFFIA und Transdev Park.

Ein konkretes Beispiel für das Preisniveau im Zentrum: Im Haus Hôtel de Ville im 4. Arrondissement kostet eine Stunde 4,60 €, 24 Stunden 41,40 € und eine ganze Woche 135 € (Stand Januar 2026).

Vorher online buchen lohnt sich wirklich – die Betreiber geben bis zu 30 Prozent Rabatt auf reservierte Plätze, und es gibt Wochenpässe. Hier können Sie einen Platz mit Ankunftszeit und Dauer im Voraus reservieren; Sie wissen dann vorher, was es kostet, und müssen nicht im Kreis fahren.

So läuft die Einfahrt ab: Knopf drücken, Ticket nehmen, Schranke öffnet. Beim Zurückkommen zuerst am Automaten im Haus bezahlen, dann das bezahlte Ticket an der Ausfahrtsschranke einstecken.

Mehrere Tage in Paris – wohin mit dem Auto?

Auf der Straße geht das nicht: Sechs Stunden sind das Maximum an einer Stelle, und wer länger als sieben Tage dort steht, parkt offiziell „missbräuchlich“ und wird abgeschleppt.

Die ehrliche Antwort lautet: Ein vorab gebuchter Wochenpass in einem Parkhaus, möglichst in einem Außenbezirk, und von dort mit Metro oder RER ins Zentrum. Im Zentrum liegt die Woche bei etwa 135 €, weiter draußen deutlich darunter – gegen 75 € für sechs Stunden auf der Straße in der Innenzone ist das kein schwerer Vergleich.

Von den offiziellen Park-and-ride-Anlagen („Parkings Relais“) am Stadtrand sollten Sie sich dagegen nicht zu viel erwarten: Sie setzen eine Navigo-Karte und ein Abonnement beim Betreiber voraus und sind für einen Kurzbesuch kaum nutzbar. Einen Tagestarif für Durchreisende gibt es dort nicht.

Tiefgarage in Paris

Hotel mit Parkplatz

Die bequemste Lösung, wenn Sie mit dem Auto kommen: ein Hotel, das einen Platz hat. Nicht alle haben einen, und wo es einen gibt, ist er oft kostenpflichtig und muss vorab reserviert werden – fragen Sie vor der Buchung nach, nicht bei der Ankunft.

Hotels mit eigenem Parkplatz in Paris ansehen

Noch zwei Hinweise aus der Praxis. Gestohlen wird Ihr Auto in Paris mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, aber eine Beule oder einen Kratzer holt es sich schnell – nicht von Kriminellen, sondern von Parisern, die beim Einparken in eine zu kleine Lücke nachhelfen. Schauen Sie sich die Stoßstangen der einheimischen Autos an, dann wissen Sie, was gemeint ist. Bei einem Mietwagen zahlen Sie solche Schäden am Ende selbst – ein Platz in der Tiefgarage ist auch deshalb die ruhigere Variante.

Und wenn Sie mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs sind: In Paris selbst ist das Abstellen solcher Fahrzeuge nicht vorgesehen. Planen Sie einen Campingplatz im Umland ein und fahren Sie von dort mit dem Zug hinein.

Gute Fahrt – und stellen Sie das Auto gleich richtig ab.

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