Fahrradverleih in Paris: Vélib’ leihen, Preise und Anleitung
Vélib’ ist das öffentliche Leihradsystem von Paris und der mit Abstand größte Fahrradverleih der Stadt: rund 1 500 Stationen und etwa 20 500 Räder in Paris und 66 Umlandgemeinden, gut 40 Prozent davon elektrisch. Ausleihen kann jeder selbst, ohne Anmeldung vor Ort – wie das geht, erklären wir hier Schritt für Schritt.
Unter diesem Link können Sie eine geführte Fahrradtour zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Paris buchen.
Vélib’ ist nicht der einzige Anbieter – unten im Text sagen wir, was es sonst gibt. Eines aber vorweg, weil es in vielen Reiseführern noch falsch steht: Leih-E-Scooter gibt es in Paris nicht mehr. Nach einer Bürgerbefragung sind sie seit Ende August 2023 verboten. Wer ein Leihfahrzeug sucht, sucht also ein Fahrrad.
Grüne und blaue Räder
Es gibt zwei Sorten: grüne Räder ohne Motor und blaue mit Elektromotor, letztere machen gut vier von zehn Rädern aus. Die blauen unterstützen bis 25 km/h – im hügeligen Nordosten rund um Belleville und Ménilmontant ist das kein Luxus, sondern der Unterschied zwischen Ausflug und Schwerarbeit. Jedes Rad hat ein Display, über das Sie es freischalten, und ein Bügelschloss für die Pause unterwegs.
Und der eine Haken des Stationssystems, der alles andere bestimmt: Sie müssen an einer Station anfangen und an einer Station aufhören. Ist die Zielstation voll, nimmt sie Ihr Rad nicht an, und Sie fahren zur nächsten. Deshalb lohnt der Blick in die App vor der Rückgabe, nicht erst davor.
Preise für Fahrradverleih in Paris
Vélib’ hat ein gestaffeltes Tarifsystem, und für einen Besuch von wenigen Tagen ist nur der obere Teil interessant: Einzelfahrt oder Tagespass, bezahlt mit Bankkarte, ohne Abo. Die günstigen Monatsabos (V-Libre, V-Plus, V-Max, zwischen 0 und gut 9 Euro im Monat) lohnen sich erst, wenn Sie länger in Paris leben – sie laufen über zwölf Monate. Als Gast nehmen Sie das Ticket-V oder einen Pass.
Sie geben das Rad an einer beliebigen Station zurück, nicht dort, wo Sie es geholt haben. Daraus ergibt sich der Trick, mit dem Pariser das System benutzen: Wer kurz vor Ablauf der Freiminuten das Rad abstellt und ein neues nimmt, fährt weiter, ohne nachzuzahlen. Wie lang diese Freiminuten sind, hängt vom Pass ab – die Tabellen unten sagen es genau. Und am Automaten können Sie mehrere Räder auf einen Pass nehmen, für die Familie oder zu mehreren.
Um ein Fahrrad zu bekommen, brauchen Sie eine Bankkarte. Es sollten mindestens 300 € auf dem Konto sein, es dient als Kaution. Das Geld wird nicht von der Karte abgehoben, sondern für die Dauer der Fahrt reserviert. Sobald Sie das Fahrrad auf dem Parkplatz zurückgeben, wird die Reservierung sofort aufgehoben.
Wenn Sie das Radfahren mit der Erkundung der Stadt verbinden möchten, ist eine Fahrradtour durch Paris genau das Richtige für Sie.
Eine Fahrt – Ticket-V
Das Ticket-V kostet 3 € und deckt eine Fahrt von bis zu 45 Minuten ab – mit dem mechanischen wie mit dem elektrischen Rad. Danach kostet jede weitere halbe Stunde 1 € (mechanisch) beziehungsweise 2 € (elektrisch). Wichtig: Das Ticket gilt für eine Fahrt. Sobald Sie das Rad eingestellt haben, ist es verbraucht – für die Rückfahrt brauchen Sie ein neues Ticket oder einen Pass. Wer zweimal am Tag fahren will, ist mit dem Tagespass für 5 € schon besser dran.
24-Stunden-Pass
Klassisches Fahrrad
Ein 24-Stunden-Pass – klassisch kostet 5 € pro Tag. Mit diesem Pass können Sie die erste halbe Stunde lang kostenlos mit den klassischen Fahrrädern (grün) fahren. Wenn Sie Ihr Fahrrad nicht innerhalb von 30 Minuten abstellen, zahlen Sie 1 € pro halbe Stunde. Sie können auch das Elektrofahrrad (blau) nehmen, aber dann gibt es keine freie Zeit.
| danach alle 30 min. | ||
| klassisch | 0-30 min. — kostenlos | 1 € |
| elektrisch | 0-45 min. — 2 € | 2 € |
Elektrisches Fahrrad
Der 24-Stunden-Pass «elektrisch» kostet 10 €. Damit fahren Sie mit dem mechanischen Rad die erste Stunde frei, und fünf Fahrten mit dem Elektrorad sind inklusive; ab der sechsten kostet jede 2 €. Das lohnt sich, wenn Sie wirklich die blauen Räder wollen – in Paris mit seinen Hügeln im Nordosten ist das kein Luxus.
| danach alle 30 min. | ||
| klassisch | 0-60 min. — kostenlos | 1 € |
| elektrisch | 0-45 min. — 5 kostenlose Fahrten* *dann 2 € / Fahrt ab der 6. Fahrt | 2 € |
3-Tages-Pass
Dies ist ein sehr vorteilhaftes Angebot. 72 Stunden Vélib’ kosten 20 €. Die Bedingungen und Tarife sind die gleichen wie beim 24-Stunden-Pass – elektrisch.
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Wie Sie an der Station ein Rad bekommen
Damit Sie sich nicht mit den Tarifen herumschlagen müssen, während Sie auf der Straße in der Nähe des Parkplatzes stehen, raten wir Ihnen, ein Abonnement auf der offiziellen Website von Vélib’ oder in seiner App zu wählen. Sie erhalten Ihre Codes im Voraus und müssen sie nur noch auf dem Display des Fahrrads eingeben.
Sowohl auf der Website als auch in der App gibt es eine Karte mit allen Stationen. Im Zentrum stehen sie so dicht, dass Sie kaum ein paar Straßen weit gehen müssen; die Karte zeigt außerdem, wie viele Räder und wie viele freie Plätze eine Station gerade hat – und das ist die eigentlich nützliche Information, denn eine volle Station nimmt Ihr Rad nicht an. Sie sehen so aus:

Wenn Sie sich für ein Abonnement am Bahnhof entscheiden, finden Sie hier die entsprechende Anleitung.
1. Begeben Sie sich zur Informationsstelle.

2. Sie sehen den folgenden Bildschirm. Hier können Sie eine Sprache auswählen. Folgen Sie unseren Anweisungen, wenn Sie keine Sprache kennen. Wählen Sie ͘«Obtenir un Pass».

3. Wählen Sie das gewünschte Abonnement aus.

4. Sie sehen die vollständigen Bedingungen der Tarife für Fahrräder. Drücken Sie die Taste «souscrire».

5. Wählen Sie, wie viele Fahrräder Sie benötigen.

6. Auf dem folgenden Bildschirm werden Sie auf die Kaution hingewiesen, drücken Sie die Taste «suivante».

7. Sie werden aufgefordert, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Setzen Sie ein Häkchen und drücken Sie die grüne Taste.

8. Nun werden Sie aufgefordert, Ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer einzugeben. Dies ist jedoch nicht obligatorisch. Wir empfehlen Ihnen jedoch, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben, um Benachrichtigungen über die Gebühren für die Fahrten zu erhalten.

9. Es wird Ihnen vorgeschlagen, einen geheimen 4-stelligen Code zu wählen, der nicht obligatorisch ist, aber empfohlen wird.

10. Schließlich werden Sie aufgefordert, die Karte einzuführen und einen Pin einzugeben, um die Kaution zu sperren und automatisch Gebühren zu erheben, wenn Sie länger als 30 Minuten fahren.
Achtung! Visa Electron und MasterCard Maestro sind für die Zahlung nicht geeignet.

11. Nach Eingabe der PIN erhalten Sie einen 8-stelligen Passcode. Jetzt können Sie ein Fahrrad auf dem Parkplatz auswählen. Prüfen Sie, ob alles in Ordnung ist: Reifen, Bremsen und Pedale. Geben Sie den Passcode ein, dann Ihren Geheimcode auf dem Display des gewählten Fahrrads und schließlich ist alles fertig. Viel Spaß bei der Fahrt!
12. Wenn Sie fertig sind, suchen Sie einfach eine beliebige Station und schieben Ihr Fahrrad in die Öffnung, bis das Wort STOP auf dem Display des Fahrrads erscheint.
Wenn alle Parkplätze belegt sind, schauen Sie auf die Karte an der Stange, dort sind immer die nächstgelegenen Stationen angegeben.

Behalten Sie die Uhr im Auge: Nach Ablauf der Freiminuten läuft die Nachzahlung pro angefangene halbe Stunde. Wie viel Zeit Sie frei haben, steht in den Tabellen oben – beim 5-Euro-Pass sind es 30 Minuten auf dem mechanischen Rad, beim 10-Euro-Pass 60. Wer länger unterwegs ist, stellt das Rad kurz vorher an einer Station ein und nimmt ein neues; dann beginnt die Freizeit von vorn.
Um ein neues Fahrrad auszuleihen, gehen Sie einfach zu dem von Ihnen gewählten Fahrrad und geben Ihre beiden Codes erneut ein.
Und wenn kein Vélib’ in der Nähe ist?
Seit Oktober 2025 verleihen Dott, Lime und Voi in Paris Elektrofahrräder, die man überall stehen lassen kann – praktisch, wenn die nächste Vélib’-Station voll oder leer ist. Der Preis ist bei allen drei gleich gedeckelt: 1 € fürs Entsperren und höchstens 0,25 € pro Minute, dazu eine Vorautorisierung von etwa 9 € auf der Karte. Rechnen Sie das durch, bevor Sie es zur Standardlösung machen: Zwanzig Minuten kosten rund sechs Euro, und eine einzige halbstündige Fahrt ist damit teurer als ein ganzer Tagespass bei Vélib’. Für die eine Strecke, bei der keine Station in der Nähe ist, lohnt es sich. Für einen Tag Stadtbesichtigung nicht.
Diese drei Firmen verleihen in Paris nur Fahrräder. Ihre E-Scooter stehen in den Vorstädten, in Paris selbst nicht.
Also welches Rad?
In der Praxis ist die Entscheidung einfach:
- Einen Tag oder länger unterwegs, mehrere Fahrten: Vélib’, Tagespass für 5 €. Preislich kommt nichts anderes in die Nähe, und im Zentrum stehen die Stationen dicht genug, dass das Suchen kaum ins Gewicht fällt.
- Eine einzelne Strecke, spontan, keine Station in Sicht: Dott, Lime oder Voi. Sie zahlen Aufpreis für die Bequemlichkeit – aber nur einmal.
- Keine Kreditkarte mit 300 € Spielraum: dann bleiben die Freefloating-Räder, denn deren Vorautorisierung liegt bei etwa 9 € statt 300 €.
- Hügel im Programm – Montmartre, Belleville, Buttes-Chaumont: nehmen Sie ein elektrisches Rad, egal von welchem Anbieter.
Regeln, die man als Radfahrer kennen sollte
Paris ist zum Radfahren inzwischen gut ausgebaut, aber ein paar Regeln sind anders als zu Hause – und eine Behauptung, die derzeit durch viele Reiseführer wandert, ist schlicht falsch:
- Für Erwachsene gibt es in Frankreich keine Helmpflicht auf dem Fahrrad, auch nicht auf dem Elektrorad. Die Pariser Helmpflicht vom August 2026 betrifft nur E-Tretroller und ähnliche Geräte, keine Fahrräder und keine Pedelecs. Pflicht ist der Helm nur für Kinder unter 12 – ob sie selbst fahren oder mitgenommen werden; dafür haftet der begleitende Erwachsene, 135 €. Empfehlen würden wir einen Helm trotzdem.
- Auf dem Trottoir zu fahren ist verboten und kostet 135 €. Erlaubt ist es nur für Kinder unter 8. In Fußgängerzonen dürfen Sie fahren, aber nur im Schritttempo.
- Die Warnweste brauchen Sie in Paris nicht. Pflicht ist sie nur außerhalb geschlossener Ortschaften, nachts oder bei schlechter Sicht. Das wird oft falsch behauptet.
- Handy in der Hand oder Kopfhörer im Ohr: 135 €. Beides gilt auf dem Rad genauso wie im Auto.
- Alkohol: 0,5 Gramm pro Liter – dieselbe Grenze wie für Autofahrer. Das Rad ist kein Freifahrtschein für den Heimweg aus der Bar.
- Einbahnstraßen dürfen Sie oft in Gegenrichtung befahren («double sens cyclable»): in allen Tempo-30-Straßen und Begegnungszonen standardmäßig. Sieht falsch aus, ist aber richtig.
- Hängt an einer Ampel ein dreieckiges Schild mit Fahrrad und Pfeil, dürfen Radfahrer bei Rot in Pfeilrichtung weiterfahren – aber nur, wenn sie Fußgängern und dem Querverkehr den Vorrang lassen. Es ist eine Erlaubnis, kein Vorfahrtsrecht.
- In Parks und Gärten dürfen Sie nur auf den ausgewiesenen Wegen fahren, sonst muss das Rad geschoben werden. Im Bois de Boulogne und im Bois de Vincennes ist Radfahren auf den dafür vorgesehenen Wegen erlaubt, und auf den autofreien Seine-Ufern auch – dort haben aber überall die Fußgänger Vorrang.
- Vélib’ stellt keine Helme, und unter 14 Jahren ist die Nutzung nicht erlaubt; Mitfahrer sind nicht gestattet, einen Kindersitz gibt es an diesen Rädern nicht.
Wohin Sie damit fahren – fünf ausgearbeitete Strecken zwischen 5 und 21 Kilometern, vom Trocadéro bis in den Wald von Vincennes – steht in Mit dem Fahrrad durch Paris. Dort finden Sie auch die Karte der Pariser Radwege.
Genießen Sie die Fahrradtouren in Paris!

Foto: Campus France / Flickr / CC-BY 2.0
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