Der Louvre in Paris: Tickets, Öffnungszeiten und ein Rundgang in zwei Stunden
Der Louvre hat 2025 rund neun Millionen Besucher empfangen. Das ist kein Museum mehr, das ist eine Kleinstadt mit Gemälden – und genau daran scheitern die meisten Besuche: Man kommt ohne Plan, läuft zur Mona Lisa, steht vierzig Minuten in einem Raum voller erhobener Handys und geht wieder, ohne die eigentlichen Schätze des Hauses gesehen zu haben.
Dieser Artikel ist die Übersicht für alles Weitere: Was der Louvre kostet, wann Sie am besten kommen, wie das Haus aufgebaut ist, und ein Rundgang, der in zwei Stunden funktioniert. Für die Details – Eingänge und Warteschlangen, die einzelnen Meisterwerke, die ägyptische Sammlung – verlinken wir an den passenden Stellen weiter.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Eintritt kostet seit Januar 2026 unterschiedlich viel. Wer in der EU oder im EWR wohnt, zahlt 22 €, alle anderen 32 €. Für deutsche, österreichische und in der EU lebende Schweizer Besucher gilt der niedrigere Preis.
- Das freie erste Sonntag gibt es nicht mehr. Kostenlos hinein kommen Sie am ersten Freitag im Monat ab 18 Uhr – außer im Juli und August – sowie am 14. Juli. Ein Zeitfenster müssen Sie trotzdem buchen.
- Dienstag ist Ruhetag. Sonst täglich 9 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis 21 Uhr. Letzter Einlass eine Stunde vor Schluss.
- Unter 18 ist der Eintritt immer frei, unter 26 ebenfalls, sofern Sie in der EU oder im EWR wohnen. Auch dafür brauchen Sie ein gebuchtes Ticket.
- Buchen Sie ein Zeitfenster. Pflicht ist es formal nicht, aber ohne Slot stehen Sie an, und an guten Tagen ist der Vorverkauf Tage im Voraus leer.
- Die Galerie d’Apollon ist leer. Nach dem Diebstahl der Kronjuwelen im Oktober 2025 hat der Saal im Juli 2026 wieder geöffnet – ohne Vitrinen. Wer wegen der Juwelen kommt, kommt umsonst.
- Große Taschen kommen nicht mit hinein. Alles über 55 × 35 × 20 cm wird abgewiesen, für kleinere Stücke gibt es kostenlose Schließfächer.
- Wer einmal draußen ist, bleibt draußen. Es gibt keinen Wiedereinlass – die Mittagspause im Café gegenüber kostet Sie den ganzen Nachmittag.
- Fotografieren ist erlaubt, ohne Blitz und ohne Selfiestick.
Was der Louvre eigentlich ist
Bevor er Museum wurde, war der Louvre achthundert Jahre lang etwas anderes: eine Festung von Philippe Auguste, dann Königsschloss, dann verlassen, als Ludwig XIV. nach Versailles zog, dann Künstlerkolonie. Museum ist er erst seit 1793 – eröffnet von der Revolution, die aus der königlichen Sammlung Volkseigentum machte.
Das erklärt, warum sich das Haus so anfühlt, wie es sich anfühlt. Sie laufen nicht durch einen für Ausstellungen gebauten Zweckbau, sondern durch einen Palast, in den man Kunst gestellt hat. Die Decken sind Teil der Ausstellung, und im Untergeschoss des Sully-Flügels steht noch der mittelalterliche Burggraben, den man 1985 bei Bauarbeiten wiederfand.
In Zahlen: gut 615.000 Objekte im Bestand, davon rund 35.000 ausgestellt, auf über 72.000 Quadratmetern und in mehr als 400 Sälen. Wer alles sehen wollte und vor jedem Objekt zehn Sekunden stünde, wäre vier Tage beschäftigt – ohne Pause und ohne Schlaf.
Die Zahl, die Sie oft lesen – der Louvre sei „200.000 Quadratkilometer groß“ – ist ein Zahlendreher, der durch halbe Internet geistert. Das wäre etwas mehr als Weißrussland.
Die drei Flügel: Denon, Sully, Richelieu
Der Louvre ist um den Cour Napoléon herum in drei Flügel gebaut, und wenn Sie sich nur eine Sache merken, dann diese Aufteilung. Sie beantwortet die Frage „wo muss ich hin?“ schneller als jeder Plan.
Denon (Südflügel, zur Seine hin) ist der Flügel der Superstars: italienische Malerei mit der Mona Lisa, die großformatige französische Malerei mit Géricault und Delacroix, die Nike von Samothrake am Kopf der Treppe, Michelangelos Sklaven im Erdgeschoss. Wenn Sie nur eine Stunde haben, verbringen Sie sie hier – das empfiehlt auch das Museum selbst.
Sully (Ostflügel, um den Cour Carrée) ist der älteste Teil und der mit der größten Tiefe: die ägyptischen Antiken über drei Ebenen, die Venus von Milo im Erdgeschoss, die griechischen Sammlungen, und ganz unten der Burggraben des mittelalterlichen Louvre.
Richelieu (Nordflügel, zur Rue de Rivoli) ist der ruhigste und wird am häufigsten ausgelassen: der Code des Hammurabi und die Altorientalen, die nordeuropäische Malerei, die monumentalen Innenhöfe mit der französischen Skulptur – und die Appartements Napoléons III., in denen die Kronleuchter allein schon den Weg lohnen.
Praktische Konsequenz: Denon ist immer voll, Richelieu fast nie. Wenn Ihnen im Denon-Flügel die Luft ausgeht, wechseln Sie den Flügel statt das Museum zu verlassen.
Zwei Stunden im Louvre: ein Rundgang, der funktioniert
Zwei Stunden klingen wenig und reichen erstaunlich weit, wenn Sie eine Reihenfolge haben. Dieser Weg beginnt unter der Pyramide und endet dort wieder.
- Nike von Samothrake (Denon, Escalier Daru). Sie steht am Kopf der großen Treppe, und sie ist der beste erste Eindruck, den dieses Haus zu bieten hat: eine Siegesgöttin um 190 v. Chr., der Wind im nassen Gewand, Kopf und Arme fehlen – und es stört keinen Moment.
- Die Hochzeit zu Kana von Veronese (Denon, Salle des États). Sie hängt im selben Saal wie die Mona Lisa, direkt gegenüber, ist sechs mal zehn Meter groß und wird von fast allen übersehen, weil alle in die andere Richtung schauen.
- Mona Lisa (Denon, Salle des États). Sie ist kleiner, als Sie denken, 77 mal 53 Zentimeter. Stellen Sie sich an, machen Sie Ihr Bild, gehen Sie weiter – und drehen Sie sich einmal um.
- Die Freiheit führt das Volk, Delacroix, 1830 (Denon). Ein paar Säle weiter, zusammen mit dem Floß der Medusa von Géricault (1819) und Die Krönung Napoleons von David (1806/07). Diese drei Bilder in Originalgröße hintereinander zu sehen, ist ein eigener Grund für den Besuch.
- Michelangelos Sklaven (Denon, Erdgeschoss). Zwei unvollendete Figuren, die für das Grabmal von Papst Julius II. gedacht waren und in Frankreich landeten. Wenige Meter, dafür sehr viel Wirkung.
- Venus von Milo (Sully, Erdgeschoss). Der Wechsel in den Sully-Flügel geht schnell und ist spürbar: weniger Menschen, mehr Stein.
- Der sitzende Schreiber und die Große Sphinx von Tanis (Sully, ägyptische Abteilung). Die Sphinx steht in der Krypta im Untergeschoss und bewacht den Eingang zur Sammlung; der Schreiber sitzt eine Etage höher und schaut Sie seit rund 4.500 Jahren mit Augen aus Bergkristall an.
- Code des Hammurabi (Richelieu, Erdgeschoss). Ein Basaltblock von 1750 v. Chr. mit dem ältesten umfassend erhaltenen Gesetzestext der Menschheit. Wenn noch Zeit ist, hängen Sie die Appartements Napoléons III. im ersten Stock dran.
Das sind acht Stationen in zwei Stunden, mit Wegzeit. Wer mehr will, nimmt sich einen der Flügel vor und lässt die anderen weg – das funktioniert deutlich besser, als überall ein bisschen zu sehen.
Nike, Mona Lisa, Delacroix, Venus von Milo, der sitzende Schreiber: Der deutschsprachige Audioguide von TouringBee verbindet die Stationen dieses Artikels zu einem Weg, den Sie in Ihrem eigenen Tempo gehen. Rund zwei Stunden, Karte auch ohne Internet.
Tickets, Preise und wie Sie hineinkommen
Seit dem 14. Januar 2026 hat der Louvre zwei Preise: 22 € für Menschen mit Wohnsitz in der EU beziehungsweise im Europäischen Wirtschaftsraum und 32 € für alle anderen. Online und an der Kasse kostet es dasselbe – der Unterschied liegt nicht im Verkaufsweg, sondern im Wohnsitz.
Frei ist der Eintritt für alle unter 18 Jahren, für unter 26-Jährige mit Wohnsitz in der EU oder im EWR, für Menschen mit Behinderung samt einer Begleitperson sowie für Lehrkräfte, Journalisten und ICOM-Mitglieder. Ein Ticket brauchen Sie trotzdem, auch ein kostenloses.
Vier Eingänge führen ins Museum. Die Glaspyramide ist der Hauptzugang und hat eine eigene Schlange für Besucher mit gebuchtem Zeitfenster. Das Carrousel du Louvre in der Rue de Rivoli 99 erreichen Sie unterirdisch direkt aus der Metro und stehen dort fast nie an. Der Passage Richelieu ist für Gruppen, Führungen und Mitglieder, und die Porte des Lions am Quai François-Mitterrand ist geöffnet, aber nur für Besucher mit Ticket, dienstags nie und ab 17 Uhr nicht mehr.
Zeitfenster und Tickets für den Louvre finden Sie hier» LESEN SIE MEHR – Louvre ohne Warteschlange: Eingänge, Zeiten und Tickets im Detail
Wann Sie kommen sollten
Die beste Zeit ist der frühe Morgen: Wer um neun Uhr mit gebuchtem Slot an der Pyramide steht, hat die erste Stunde fast für sich, und die Tickets gelten ohnehin den ganzen Tag. Die zweitbeste Zeit sind die Abende am Mittwoch und Freitag, wenn das Museum bis 21 Uhr geöffnet hat und die Tagesgäste längst weg sind. Am schlechtesten ist der frühe Nachmittag, besonders an Wochenenden und in den Schulferien.
Dienstag ist geschlossen, ebenso am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember. Und ein Hinweis, der jedes Jahr Menschen überrascht: Montags ist das Musée d’Orsay zu, dienstags der Louvre – wer beide Häuser sehen will, sollte seine Tage in dieser Reihenfolge planen.
Was sich 2026 verändert hat
Zwei Dinge sollten Sie wissen, bevor Sie Erwartungen mitbringen.
Die Galerie d’Apollon ist nicht mehr, was sie war. Im Oktober 2025 wurden dort am helllichten Tag acht Stücke der französischen Kronjuwelen gestohlen; das Museum blieb tagelang geschlossen, und die Direktorin trat zurück. Seit Juli 2026 ist der Saal wieder offen, aber ohne Vitrinen – die verbliebenen Juwelen liegen inzwischen in einem fensterlosen Tresorraum. Die Decke von Le Brun und Delacroix ist geblieben und immer noch großartig; die Kronen sind es nicht.
Der Louvre baut um. Unter dem Namen „Nouvelle Renaissance“ entsteht ein zweiter Haupteingang an der Ostseite, bei der Kolonnade von Perrault, dazu neue Ausstellungsflächen, Cafés und Ruhezonen. Die Mona Lisa soll einen eigenen, separat zu buchenden Raum bekommen. Fertig sein soll das bis spätestens 2031 – das Museum bleibt während der gesamten Bauzeit geöffnet, aber einzelne Werke wandern zwischendurch in andere Säle. Wenn Sie wegen eines bestimmten Bildes anreisen, prüfen Sie es vorher auf der Seite des Museums.
Danach: der Jardin des Tuileries
Direkt westlich vom Louvre beginnt der Jardin des Tuileries, und er ist die natürliche Fortsetzung des Besuchs – kostenlos, ganzjährig geöffnet und genau das, was man nach drei Stunden Museum braucht. Am westlichen Ende stehen zwei weitere Museen: das Musée de l’Orangerie mit Monets Seerosen-Panoramen und das Jeu de Paume.
» LESEN SIE MEHR – Der Jardin des Tuileries: Öffnungszeiten, Museen und was dort wächst
Tiefer ins Museum
Diese Übersicht bleibt bewusst an der Oberfläche. Wenn Sie an einer Stelle weiterlesen möchten:
- Die wichtigsten Gemälde und Kunstwerke im Louvre – die Werke aus dem Rundgang oben, jedes mit seiner Geschichte.
- Die ägyptische Sammlung des Louvre – über 50.000 Objekte, gegründet von Champollion höchstpersönlich.
- Louvre ohne Warteschlange – Eingänge, Zeitfenster und was Sie tun, wenn alles ausverkauft ist.
- Audioguide durch den Louvre auf Deutsch – der Rundgang zum Mitnehmen.
Anfahrt
Der Louvre liegt im 1. Arrondissement, Eingang über die Pyramide im Cour Napoléon. Die nächste Metrostation ist Palais-Royal – Musée du Louvre (Linien 1 und 7), von dort führt ein unterirdischer Gang direkt ins Carrousel. Auch Tuileries (Linie 1) und Pyramides (Linien 7 und 14) sind zu Fuß nah.
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Jahanzeb Ahsan / Unsplash
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