Erinnern Sie sich an die Szene in «Kevin – Allein zu Haus 2», in der Kevin voller Ehrfurcht die Weihnachtsauslage eines New Yorker Spielzeugladens betrachtet? Paris im Dezember ruft genau die gleiche Reaktion hervor – sogar bei Erwachsenen. Jedes Jahr im Dezember verwandelt sich die Stadt in ein echtes Märchen: Fassaden funkeln, Girlanden wiegen sich im leichten Wind und Puppen in Schaufenstern fahren Schlitten.
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Wenn es in Paris losgeht
Bereits Anfang November beginnt Paris, sich für Weihnachten zu schmücken. Galeries Lafayette und Printemps sind die ersten, die in die Festtagsstimmung wechseln: Girlanden leuchten, Musik ertönt aus den Schaufenstern und Menschenmengen versammeln sich – als wäre der ganze Boulevard Haussmann herausgekommen, um den Weihnachts-Trailer zu sehen.
Für die Saison 2026 stehen die Termine schon: Printemps macht am 5. November den Anfang, mit dem Thema eines gestrickten Weihnachtens, Le Bon Marché folgt am 6. November mit einem Bergdorf aus Plüsch, und Galeries Lafayette zieht am 12. November nach – dieses Jahr ausgestattet von Jean-Charles de Castelbajac. Für BHV Marais gibt es noch kein Datum. Fest sind diese Angaben erst, wenn die Häuser sie selbst bestätigen, und das tun sie meist nur wenige Tage vorher.
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Die Eröffnung der Schaufenster wird zu einer kleinen Premiere: eine Lichtshow, Kinderbrücken, Glühwein (für Erwachsene) und ein Blitzlichtgewitter. Bis Mitte November hält sich kein Kaufhaus zurück – alles funkelt, vom Marais bis Montparnasse. Und so geht es weiter bis Januar, wenn die Saison wechselt: von Weihnachtsbäumen zu Schlussverkäufen.
Wer an einem Abend möglichst viele Schaufenster sehen will, bleibt besser in Laufweite: Zwischen Opéra und Grands Boulevards stehen Galeries Lafayette und Printemps direkt gegenüber, und von dort sind es zu Fuß zwanzig Minuten zur Place Vendôme. Hotels rund um die Opéra finden Sie hier.
Wo man in Paris überall Schaufenster bewundern kann
Paris hat Dutzende von Geschäften mit Schaufenstern, aber vier davon werden jedes Jahr im Dezember zu echten Stars. Diese Kaufhäuser konkurrieren in Sachen Fantasie, Budget und Kreativität und überraschen selbst diejenigen, die schon alles gesehen haben.
- Galeries Lafayette (Boulevard Haussmann) – der berühmteste Weihnachtsbaum unter der Kuppel und fantastische Schaufensterauslagen. Vor den Schaufenstern sind spezielle Podeste aufgestellt, damit Kinder alles auf Augenhöhe sehen können und nicht auf die Schultern ihrer Eltern angewiesen sind
- Nach dem Baum lohnt der Aufzug in den 8. Stock: Die Dachterrasse ist montags bis samstags von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet, sonn- und feiertags von 11 bis 19.30 Uhr, und von dort sehen Sie die Opéra Garnier von oben. In den letzten Wintern stand auf demselben Dach eine kleine Eisbahn – die kostete allerdings Eintritt (zuletzt 16 €, ermäßigt 7,50 €) und war nur mit Reservierung zugänglich. Ob sie in diesem Winter wiederkommt, hat das Haus noch nicht gesagt
- Printemps (direkt nebenan, buchstäblich auf der anderen Straßenseite) konkurriert mit seinem Nachbarn in Sachen Kreativität: 2012 wurden die Schaufenster von Dior selbst gestaltet und waren wahre Meisterwerke
- BHV Marais liebt Themen mit nationalem Flair. Italienische Weihnachten, Elfen, Pinocchio – fast alle Figuren aus europäischen Märchen sind schon in den Schaufenstern aufgetaucht. Das Haus steht mitten im Marais, und die schönsten Auslagen des Viertels sind die der Chocolatiers und Patissiers in den Seitenstraßen – genau die Strecke, die der deutschsprachige Food-Rundgang durch das Marais abläuft
- Le Bon Marché (rive gauche) – hier ist es stimmungsvoller, ruhiger und die Schaufenster sind in der Regel etwas «anspruchsvoller». Im Inneren gibt es einen gemütlichen Weihnachtsmarkt, der dieses Jahr schon Ende Oktober aufgebaut wird – und vier Schaufenster, in denen ein ganzes Bergdorf aus Plüschtieren wohnt
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Ein Blick zurück
Jedes Jahr werden die Themen der Weihnachtsschaufenster streng geheim gehalten – die Designer arbeiten daran wie an Theaterproduktionen und haben es nicht eilig, die Handlung vor der Premiere zu verraten. Aber der Hype hat seinen Grund: Die Schaufenster der vergangenen Jahre in Paris waren so lebendig, dass die Menschen noch immer darüber sprechen, sich Fotos ansehen und ihre persönlichen Top-Listen zusammenstellen. Deshalb erwarten alle auch dieses Mal wieder etwas Großartiges!
Wo sonst ist Paris im Winter noch schön?
Die Schaufenster der Kaufhäuser sind natürlich die Hauptattraktionen der Weihnachtszeit in Paris, aber die Stadt hat noch mehr zu bieten. Es lohnt sich, ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade zu wandeln, denn dann wird Ihnen Weihnachten irgendwo abseits der Touristenströme zuzwinkern.
- Place Vendôme – streng und elegant, wie eine Chanel-Werbung
- Rue Saint-Honoré – Schaufenster von Boutiquen, die manchmal sogar Lafayette übertreffen
- Der Weihnachtsmarkt im Jardin des Tuileries – Chalets, Fahrgeschäfte und ein Riesenrad, dazu in den letzten Jahren eine kleine Kunsteisbahn am Fuß des Rades. Ob die Bahn wiederkommt, steht für diesen Winter noch nicht fest
- Neu in diesem Winter: Die Stadt hat die untere Hälfte der Champs-Élysées vom 22. November bis zum 4. Januar wieder für einen Weihnachtsmarkt freigegeben – zum ersten Mal seit 2016, als der alte Markt dort abgeräumt wurde
- Das Pariser Rathaus (Hôtel de Ville) – jedes Jahr ein Märchen mit Tannenbäumen, Girlanden und Figuren, Eintritt frei. Eine Eisbahn gibt es auf dem Vorplatz seit 2017 allerdings nicht mehr
- La Défense – nicht die romantischste Gegend, aber mit über 300 Chalets der größte Weihnachtsmarkt der Region, dieses Jahr vom 12. November bis zum 3. Januar, mit einer Eisbahn am Fuß der Grande Arche
Wenn Sie die Auslagen nicht allein ablaufen wollen: Es gibt einen zweistündigen Abendrundgang mit deutschsprachigem Guide, der die Passagen, die Schaufenster von Printemps und Galeries Lafayette und die Place Vendôme verbindet – also genau die Strecke, die man sonst mit der Karte in der Hand sucht. Wer lieber in eigenem Tempo geht, nimmt einen Audioguide von TouringBee: Der Pariser Stadtrundgang auf Deutsch führt an denselben Ecken vorbei und lässt sich anhalten, wenn vor einem Fenster gerade zu viel los ist.
Und wenn Sie über den Jahreswechsel bleiben: Die Schaufenster leuchten auch dann noch, wenn die meisten Türen zu sind – was am 1. Januar in Paris geöffnet hat, steht bei uns separat.
Wenn Sie das Glück haben, im Winter in Paris zu sein, eilen Sie nicht gleich zum Louvre oder zum Eiffelturm, sondern schauen Sie sich zuerst die Schaufenster an. Denn Weihnachten findet hier nicht in den Museen statt, sondern direkt auf den Straßen!



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