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Die wichtigsten Gemälde und Kunstwerke im Louvre

Louvre

Der Louvre stellt rund 35.000 Werke aus. Man kann sie nicht alle sehen, und man sollte es auch nicht versuchen – der Besuch wird dadurch nicht besser, sondern nur anstrengender. Sinnvoller ist eine Handvoll Werke, vor denen Sie wirklich stehen bleiben.

Dieser Artikel stellt die wichtigsten vor: was man sieht, warum es zählt und in welchem Flügel es hängt. Wenn Sie stattdessen eine Route mit Zeitplan suchen, finden Sie sie in unserem Überblick zum Louvre mit einem Rundgang in zwei Stunden.

Zur Orientierung: Der Louvre besteht aus drei Flügeln. Denon an der Seine hat die Mona Lisa und die große französische Malerei, Sully um den Cour Carrée die Antike und Ägypten, Richelieu an der Rue de Rivoli den Alten Orient und die nordeuropäische Malerei. Saalnummern nennen wir bewusst nicht – das Museum baut um, und Werke wandern. Die Flügelangabe stimmt, der Saal kann wechseln.

Im Denon-Flügel: die Superstars

Mona Lisa

Mona Lisa im Louvre

Leonardos Porträt der Lisa del Giocondo hängt in der Salle des États im ersten Stock des Denon-Flügels, und jedes Schild im Museum führt dorthin. Zwei Dinge überraschen fast jeden: Das Bild ist klein – 77 mal 53 Zentimeter – und es hängt hinter Panzerglas, in einem eigens klimatisierten Kasten.

Der Saal wurde in den 2000er Jahren mit Mitteln eines japanischen Fernsehsenders umgebaut, eben wegen dieses einen Bildes. Auf Reisen geht die Mona Lisa nicht mehr; das Museum verleiht sie grundsätzlich nicht. Wenn Sie sie sehen wollen, müssen Sie nach Paris.

Geduld hilft: Der Andrang schwankt im Halbstundentakt. Wer sich eine Runde durch die Nachbarsäle dreht und wiederkommt, steht manchmal deutlich kürzer an.

Die Hochzeit zu Kana

Direkt gegenüber der Mona Lisa hängt das größte Gemälde des Museums: Veroneses „Hochzeit zu Kana“ von 1563, knapp sieben mal zehn Meter, mit über hundert Figuren. Es wird von fast allen übersehen, weil alle in die andere Richtung schauen. Drehen Sie sich einmal um – das ist der billigste Gewinn des ganzen Besuchs.

Napoleons Truppen holten es 1797 aus einem venezianischen Kloster; zurückgegeben wurde es nie.

Nike von Samothrake

Nike von Samothrake

Die geflügelte Siegesgöttin steht am Kopf der Treppe Daru und ist der beste erste Eindruck, den dieses Haus zu bieten hat. Sie entstand um 190 v. Chr., stand ursprünglich auf einem Schiffsbug, und ihr fehlen Kopf und Arme – was kein bisschen stört. Der Wind im nassen Gewand macht die ganze Arbeit.

Die Sklaven von Michelangelo

Im Erdgeschoss des Denon-Flügels stehen der Sterbende Sklave und der Rebellische Sklave, entstanden um 1513 für das nie vollendete Grabmal von Papst Julius II. Sie sind weniger berühmt als der David in Florenz und in ihrer Unfertigkeit fast eindrucksvoller: Man sieht, wo Michelangelo aufgehört hat. Gleich daneben steht Canovas „Amor und Psyche“.

Die großen französischen Gemälde

Die Krönung Napoleons von Jacques-Louis David

Ein paar Säle weiter hängen drei Bilder nebeneinander, die man kaum größer machen könnte:

  • Die Krönung Napoleons von Jacques-Louis David (1806/07) – zehn Meter breit, mit rund zweihundert Porträts, darunter Napoleons Mutter, die in Wahrheit gar nicht anwesend war.
  • Das Floß der Medusa von Théodore Géricault (1819) – ein Schiffsunglück als politischer Skandal, gemalt von einem Sechsundzwanzigjährigen.
  • Die Freiheit führt das Volk von Eugène Delacroix (1830) – die Julirevolution, und vermutlich das am häufigsten zitierte Bild Frankreichs.

Diese drei in Originalgröße hintereinander zu sehen, ist für viele Besucher der eigentliche Grund, in den Louvre zu gehen.

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Diese Werke der Reihe nach – mit der Geschichte im Ohr

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Im Sully-Flügel: Antike, Ägypten und der alte Louvre

Venus von Milo

Die Aphrodite von Melos, gut zwei Meter hoch und um 100 v. Chr. entstanden, ist nach der Mona Lisa das bekannteste Stück des Hauses. Als Bildhauer gilt Alexandros von Antiochia. Die Arme fehlten schon, als man sie 1820 auf der Insel Milos fand – wie sie gehalten wurden, ist bis heute offen, und die Diskussion darüber ist inzwischen berühmter als jede mögliche Antwort.

Um den Fund gab es damals Streit zwischen den Franzosen, die ihn bargen, und den osmanischen Behörden, denen die Insel gehörte. Die Statue landete in Paris.

Der sitzende Schreiber und die Große Sphinx von Tanis

Die ägyptische Abteilung ist eine der größten der Welt, und zwei Stücke sollten Sie auf jeden Fall gesehen haben. Die Große Sphinx von Tanis aus Rosengranit steht im Untergeschoss und bewacht den Eingang zur Sammlung – sie ist deutlich älter als die meisten Besucher vermuten. Der sitzende Schreiber eine Etage höher schaut Sie seit rund viereinhalbtausend Jahren mit Augen aus Bergkristall an, und es ist erstaunlich unangenehm, wie lebendig das wirkt.

» LESEN SIE MEHR – Die ägyptische Sammlung des Louvre: Schätze vom Nil

Der mittelalterliche Louvre

Ganz unten im Sully-Flügel steht der Burggraben der Festung, die Philippe Auguste um 1200 bauen ließ. Sie wurde abgerissen, vergessen und bei den Umbauarbeiten der 1980er Jahre wiedergefunden. Man läuft um die Fundamente des Bergfrieds herum – kühl, still und fast immer leer, während zwei Etagen höher tausend Menschen zur Mona Lisa drängen. Für viele der überraschendste Teil des Besuchs.

Im Richelieu-Flügel: der ruhigste Teil des Hauses

Der Code des Hammurabi

Code des Hammurabi im Louvre

Ein Basaltblock von gut zwei Metern, um 1750 v. Chr. in Babylon aufgestellt, mit knapp 300 Rechtssätzen in Keilschrift – der älteste umfassend erhaltene Gesetzestext der Menschheit. Hier steht das berühmte „Auge um Auge“, und hier steht auch, was ein Chirurg verdient und was passiert, wenn ein Haus einstürzt.

In den angrenzenden Sälen liegt der Cour Khorsabad mit den geflügelten Stiergenien aus dem Palast Sargons II. Sie sind fünf Meter hoch und haben fünf Beine, damit sie von vorn stehen und von der Seite laufen.

Die Spitzenklöpplerin

Johannes Vermeers kleines Bild von etwa 1670 hängt in der niederländischen Abteilung im zweiten Stock. Der Louvre hat keine große niederländische Sammlung, aber dieses Stück ist ein Hauptwerk – und mit 24 mal 21 Zentimetern das kleinste Gemälde, vor dem Sie an diesem Tag stehen werden.

Die Appartements Napoléons III.

Appartements Napoléons III im Louvre

Die Wohnräume des letzten französischen Kaisers sind vollständig erhalten: Kronleuchter, Samt, Gold, ein Speisesaal für Staatsgäste. Es ist kein Museumssaal, sondern ein Interieur des 19. Jahrhunderts, in dem nichts fehlt. Und es ist in der Regel kaum jemand dort.

Was Sie nicht mehr sehen werden

Ein Hinweis, der in älteren Reiseführern noch fehlt: Die Galerie d’Apollon war jahrzehntelang der Saal der französischen Kronjuwelen. Im Oktober 2025 wurden dort mehrere Stücke gestohlen; seit der Wiedereröffnung im Sommer 2026 ist der Saal ohne Vitrinen zu sehen. Die Decke von Charles Le Brun und Delacroix ist geblieben und immer noch großartig – die Kronen sind es nicht.

Ebenfalls gut zu wissen: Das Museum baut unter dem Namen „Nouvelle Renaissance“ um. Einzelne Werke wechseln dabei den Saal, und die Mona Lisa soll perspektivisch einen eigenen Raum bekommen. Wenn Sie wegen eines bestimmten Bildes anreisen, lohnt vorher ein Blick auf die Seite des Museums.

Praktisches in zwei Sätzen

Der Louvre ist dienstags geschlossen, sonst von 9 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und freitags bis 21 Uhr. Planen Sie den Morgen oder einen der beiden Abende ein, buchen Sie ein Zeitfenster und rechnen Sie mit rund 22 € Eintritt für Besucher aus der EU – den tagesaktuellen Preis prüfen Sie am besten beim Museum selbst.

Zeitfenster und Tickets für den Louvre finden Sie hier

» LESEN SIE MEHR – Louvre ohne Warteschlange: Eingänge, Zeiten und Tickets

Danach

Verwechseln Sie den Louvre nicht mit dem Musée d’Orsay – die Impressionisten hängen dort, nicht hier. Und gleich westlich vom Museum beginnt der Jardin des Tuileries, der nach drei Stunden Kunst genau das Richtige ist.

Viel Freude im Louvre!

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