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Ist Rom gefährlich? Was Sie wirklich beachten müssen

Rom ist für Besucher eine sichere Stadt. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist selten, und die allermeisten Reisenden kommen zurück, ohne dass etwas passiert wäre. Was tatsächlich passiert, ist fast immer dasselbe: Taschendiebstahl in der Menge, und zwar an drei, vier gut bekannten Stellen.

Deshalb ist die Frage „welche Viertel sind gefährlich?“ für einen Städtebesuch die falsche. Die Gegenden, die in Ranglisten der römischen Kriminalstatistik auftauchen, sind Wohngebiete am Stadtrand, in die kein Besucher je gerät. Gefährdet sind Sie nicht in einem Stadtteil, sondern in einer Situation: im Gedränge am Trevi-Brunnen, im 64er-Bus zum Vatikan, in der überfüllten Metro A.

Dieser Artikel sortiert deshalb nach Situationen statt nach Adressen — und sagt am Ende, welche Gegenden sich zum Übernachten eignen.

Was Sie vorher wissen sollten

  • Die Metro-Linie A und der Bus 64 sind die klassischen Taschendieb-Reviere. Der 64er fährt von Termini zum Vatikan, ist immer voll und gilt unter Römern als der Bus, in dem man den Rucksack vorne trägt.
  • Termini ist nicht gefährlich, aber unangenehm. Der Bahnhof und die Straßen nördlich davon sind abends laut und wenig einladend. Zum Übernachten gibt es angenehmere Gegenden, zum Umsteigen ist er völlig in Ordnung.
  • Am Kolosseum und an der Spanischen Treppe gibt es das Armband. Jemand knüpft Ihnen ein Freundschaftsband ums Handgelenk, „geschenkt“, und verlangt danach Geld. Hände in den Taschen lassen und weitergehen.
  • Es gibt keine Beamten in Zivil, die Ihr Portemonnaie sehen wollen. Wer Sie auf der Straße anspricht und Geld oder Ausweis „prüfen“ will, ist keiner. Echte Kontrollen laufen anders.
  • Vom Flughafen gilt ein Festpreis. Offizielle weiße Taxis fahren von Fiumicino und Ciampino zu einem festgeschriebenen Pauschalpreis in die Innenstadt. Der Preis steht an der Tür. Wer Sie in der Ankunftshalle anspricht, fährt nicht zu diesem Preis.
  • Direkt an den Sehenswürdigkeiten essen Sie schlecht und teuer. Zwei Straßen weiter ändert sich beides. Prüfen Sie vorher, ob „coperto“ und Service auf der Karte stehen.
  • 112 ist die Notrufnummer. Sie gilt in ganz Italien für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Die alten Nummern 113 und 118 funktionieren weiterhin.
  • Eine Anzeige brauchen Sie für die Versicherung. Bei Diebstahl lassen Sie sich auf der Polizeiwache eine „denuncia“ ausstellen — ohne sie zahlt keine Reiseversicherung.
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Wo tatsächlich geklaut wird

Taschendiebstahl in Rom ist kein Zufall, sondern Handwerk, und Handwerk braucht Gedränge. Die Orte sind seit Jahren dieselben:

Termini und die Metro. Der Hauptbahnhof ist der größte Umsteigepunkt der Stadt, und die Linie A verbindet ihn mit dem Vatikan und der Spanischen Treppe — also mit genau den Zielen, zu denen alle wollen. Volle Bahnsteige, volle Waggons, Ein- und Ausstieg im Schub: die ideale Arbeitsumgebung.

Die Busse 64 und 40. Beide fahren die Strecke Termini–Vatikan. Der 64er ist der berüchtigtere, der 40er ist der Expressbus auf derselben Achse. In beiden gilt: Rucksack nach vorn, Handy nicht in der Gesäßtasche.

Trevi-Brunnen, Spanische Treppe, Piazza Navona. Enge Plätze, dichte Menge, alle schauen nach oben oder aufs Display. Wer fotografiert, passt in dem Moment nicht auf seine Tasche auf, und genau darauf wird gewartet.

Rund um das Kolosseum. Weniger wegen Diebstahl als wegen Ansprache: Armbänder, angebliche Führungen, „Schnelleinlass“-Tickets zu Fantasiepreisen. Kaufen Sie Tickets im Voraus, dann entfällt die ganze Kategorie.

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Die Maschen, die es wirklich gibt

Das Freundschaftsarmband. Die verbreitetste. Ein Band wird Ihnen ums Handgelenk geknüpft, bevor Sie reagieren können, dann wird bezahlt. Funktioniert nur, wenn Sie die Hand hinhalten.

Die Rose. Dieselbe Mechanik mit einer Blume, meist gegenüber von Paaren.

Die Unterschriftenliste. Eine Gruppe, oft sehr jung, hält Ihnen ein Klemmbrett vor die Brust und bittet um eine Unterschrift für einen guten Zweck. Während Sie auf das Brett schauen, arbeitet jemand anders an Ihrer Tasche. Nicht stehenbleiben.

Der falsche Beamte. Jemand zeigt einen Ausweis und möchte Ihr Bargeld auf Falschgeld prüfen. Es gibt diese Kontrolle nicht.

Das Taxi ohne Taxameter. Nur weiße Wagen mit Dachschild und Taxameter nehmen, am besten am offiziellen Stand oder per App. Für die Flughäfen gilt der ausgeschilderte Festpreis.

Der Geldautomat an der Touristenmeile. Nutzen Sie Automaten an Bankfilialen statt freistehende Geräte mit auffälliger Werbung, und lehnen Sie die angebotene Umrechnung in Euro-Gegenwert ab — das ist immer der schlechtere Kurs.

Termini: praktisch, aber kein Wohnzimmer

Rund um den Hauptbahnhof liegen viele günstige Hotels und Hostels, und das hat einen Grund: Die Gegend ist gut angebunden und wenig charmant. Nördlich und östlich des Bahnhofs wirken die Straßen abends leer, es gibt Müll, Lärm und wenig Gründe, sich dort aufzuhalten.

Gefährlich ist das nicht im Sinne von Überfällen. Es ist die übliche Bahnhofsgegend einer Millionenstadt: tagsüber unauffällig, nachts ungemütlich. Wer früh anreist oder spät abreist, wohnt hier bequem. Wer eine Woche Rom vor sich hat, wohnt woanders besser.

Ein praktischer Hinweis: Der Bahnhof selbst schließt nachts für einige Stunden. Wenn Ihr Zug spät ankommt oder sehr früh geht, planen Sie nicht damit, in der Halle zu warten.

Wo Sie gut wohnen

Statt einer Liste von Vierteln, die man meiden soll, ist die nützlichere Frage, wo man hinsollte. Vier Gegenden funktionieren für einen Städtebesuch zuverlässig:

Centro Storico — zwischen Pantheon, Piazza Navona und Campo de‘ Fiori. Alles zu Fuß, abends belebt, entsprechend teuer und nachts an manchen Ecken laut.

Monti — direkt hinter dem Kolosseum, alte Handwerkergassen, kleine Lokale, ruhiger als die Lage vermuten lässt. Für viele die beste Mischung aus Nähe und Alltag.

Trastevere — jenseits des Tiber, Kopfsteinpflaster, Restaurants, am Wochenende ein Ausgehviertel. Schön zum Wohnen, wenn Ihr Zimmer nicht zur Piazza zeigt.

Prati — nördlich des Vatikans, breite Straßen, bürgerlich, sicher und unspektakulär. Gute Wahl mit Kindern und für alle, die abends Ruhe wollen.
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Die Randbezirke — und warum sie Sie nichts angehen

In römischen Kriminalstatistiken tauchen regelmäßig Wohngebiete weit außerhalb des Zentrums auf. Das sind normale, dicht bewohnte Stadtteile mit Schulen, Märkten und Zehntausenden Einwohnern, die mit dem Tourismus nichts zu tun haben — es gibt dort keine Sehenswürdigkeit, kein Hotel und keinen Grund hinzufahren.

Reiseführer, die solche Namen als „gefährliche Viertel“ auflisten, verwechseln Wohnort mit Reiseziel. Für Ihre Planung ist die Information wertlos: Sie werden dort ohnehin nie sein. Prüfen Sie stattdessen die konkrete Adresse Ihres Hotels auf der Karte — Entfernung zur nächsten Metro-Station und zum Zentrum sagen mehr über Ihren Aufenthalt aus als jede Bezirksliste.

Wenn doch etwas passiert

Rufen Sie 112. Das ist die einheitliche Notrufnummer für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr; 113 und 118 funktionieren weiterhin.

Bei Diebstahl gehen Sie zur nächsten Polizeiwache und lassen sich eine denuncia ausstellen, die schriftliche Anzeige. Ohne dieses Papier erstattet keine Reiseversicherung und keine Kreditkartengesellschaft etwas. Sperren Sie Karten sofort, und fotografieren Sie vor der Reise Ausweis und Kreditkarten — das beschleunigt beides erheblich.

Bei Verlust oder Diebstahl des Passes hilft das deutsche, österreichische oder Schweizer Konsulat; ohne Anzeige geht auch dort nichts.

Kurz gesagt

Rom ist nicht gefährlich, Rom ist voll. Wer den Rucksack vorne trägt, in der Menge kurz auf die Tasche schaut, Tickets vorher kauft und niemanden Armbänder knüpfen lässt, hat die gesamte realistische Risikoliste dieser Stadt abgearbeitet.

Und wenn Sie ohnehin durch das Zentrum laufen: Die Strecke zwischen Kolosseum, Forum, Pantheon und Trevi ist als Rundgang deutlich angenehmer als als Abhaklauf. Es gibt dafür einen deutschsprachigen Audioguide von TouringBee, der die Reihenfolge vorgibt — nebenbei laufen Sie damit auch seltener in die Ecken, in denen die Armbandverkäufer warten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise nach Rom!

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